Schlagwort-Archive: klimawandel

Klimaskeptische Bücher und konservative Gruppen

Konservative Denkfabriken mischen erheblich mit hinsichtlich des Klimawandels. Sie versuchen, Zweifel an der menschengemachten Erderwärmung zu streuen. Ein weit verbreitetes Mittel dafür sind Bücher. Das geht aus einer Arbeit zweier Forscher hervor. Demnach besteht bei durchschnittlich 72 Prozent der Werke eine nachweisliche Verbindung zu konservativen Think Tanks. Fast alle Autoren hätten keinen einschlägigen akademischen Hintergrund. Diejenigen, welche ihn haben, stünden mehrheitlich den Denkfabriken nahe. Zudem befürworten beinahe alle eine konservative Weltanschauung. Mindestens 90 Prozent der Bücher hätten keine wissenschaftliche Begutachtung durchlaufen. Die meisten stammen aus den USA. Veröffentlicht wurde die Studie in dem Fachmagazin American Behavioral Scientist.  Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Klima, Wissen(schaft)

Klimaskeptiker neigen zu Verschwörungstheorien und Wirtschaftsliberalismus

97 Prozent aller Klimawissenschaftler weltweit betrachten den menschengemachten Klimawandel als erwiesen. Dennoch gibt es Personen, die das nicht anerkennen oder die globale Erwärmung für unbedeutend halten. Psychologen befragten jene sogenannten Klima(wandel)skeptiker. Die Ergebnisse: Wer die Existenz des anthropogenen Klimawandels verneinte, glaubte auch eher an andere Verschwörungstheorien. Zudem seien Klimakritiker sehr oft Befürworter eines freien Marktes, möglichst ohne Regeln. Generell hätten wirtschaftsliberale Menschen wissenschaftliche Lehrsätze eher abgelehnt. Letzteres gelte ebenso für Verschwörungstheoretiker. Diejenigen Menschen, die davon ausgingen, frühere Umweltprobleme seien bereits gelöst, neigten ebenfalls zu einer klimaskeptischen Position. Die Studie erschien in dem wissenschaftlichen Fachjournal Psychological Science. Weiterlesen

7 Kommentare

Eingeordnet unter Klima, Umwelt, Wirtschaft, Wissen(schaft)

Eisbär und Klimawandel sind keine Freunde

Kann sich der Polarbär erneut einem wärmeren Klima anpassen? Wie ist es um seine Zukunft bestellt? Antworten liefern zwei kanadische Forscher in einer zusammenfassenden Studie. Ihnen zufolge wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit größtenteils aussterben. Und zwar im südlichen Teil seines Verbreitungsgebietes. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte es zwei Drittel der weltweiten Population nicht mehr geben. Möglicherweise überlebe er mittelfristig im Norden Grönlands und auf arktischen Inseln Nordkanadas. Langfristig jedoch sei das Fortbestehen der Eisbären ungewiss, solange der Klimawandel voran schreite wie bisher. Vergangene erdgeschichtliche Warmphasen habe er dank gänzlich anderer Lebensumstände überlebt. Veröffentlicht wurde die Arbeit in dem wissenschaftlichen Fachjournal Global Change Biology. Sie berücksichtigt etwa 75 Studien. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Klima, Tiere, Wissen(schaft)

Polarkreise: wachsende und schmelzende Eismassen?

Warum nimmt das antarktische Meereis zu, während es in der Arktis schrumpft? Ein Widerspruch in Zeiten des Klimawandels? Nein, es liegt am Wind und unterschiedlichen geografischen Gegebenheiten, schreiben Forscher in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Die Arbeit erschien in dem wissenschaftlichen Fachjournal Nature Geoscience.

Einhergehend mit dem Klimawandel schmelzen die arktischen Eismassen seit den vergangenen Jahrzehnten in erheblichem Maße. Demgegenüber wachse das antarktische Eis unter dem Strich leicht. Was bedeute, dass es regional sowohl große Volumenverluste, als auch Zuwächse gebe. Ersteres sei ein Phänomen des antarktischen Gletschereises, letzteres beträfe das Meereis der Antarktis. Dazu geführt, hätten verstärkt auftretende, nach Norden strömende Winde. Diese würden das Eis aus der Antarktis nach außen in die Randbereiche blasen und so die Fläche vergrößern. Begünstigt würde der Vorgang durch Schwankungen der Lufttemperaturen, welche ebenfalls von den Winden ausgingen. In der Arktis hingegen sei das nicht möglich, da der arktische Ozean von Landmassen umgeben ist, die eine derartige Ausbreitung des Eises verhindere.

Meereseis bewegt sich von Natur aus stetig – aufgrund der Winde. Jedoch seien die antarktischen Eisbewegungen stärker als gewöhnlich. Seit 1992 hätte sich die sogenannte Eisdrift verändert. In einigen Gebieten habe eine Verdopplung der Zunahme stattgefunden; anderenorts schwand das Eis maßgeblich.

Die Wissenschaftler stützen ihre Forschungsergebnisse auf Daten von vier meteorologischen Satelliten. Innerhalb von 19 Jahren führten sie mehr als fünf Millionen Messungen durch, welche die täglichen Eisbewegungen erfassten. Damit seien erstmalig Langzeitveränderungen des antarktischen Meereises dokumentiert.

Nicht zu unterschätzen, sei die Rolle des Meereises im globalen Zusammenhang: Es reflektiert Sonnenenergie und leistet somit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt des Weltklimas. Ohne die Eismassen würden die Temperaturen auf der Erde erheblich steigen.

[Update: siehe Kommentare]

 

  • Holland, Paul R. & Ron Kwok, 2012: Wind-driven trends in Antarctic sea-ice drift. In: Nature Geoscience. DOI: 10.1038/ngeo1627

  • Foto: jjunyent / flickr.com

2 Kommentare

Eingeordnet unter Klima, Wissen(schaft)

Hitzeextreme steigern Kriegsgefahr

Überdurchschnittlich heiße Jahre erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Konflikten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in dem wissenschaftlichen Fachblatt PNAS. Demnach steige die Wahrscheinlichkeit einer Auseinandersetzung um nahezu 30 Prozent – verglichen mit normalen, regionaltypischen Temperaturverhältnissen.

Mehr als 16000 Konflikte der Jahre 1990 bis 2009 aus neun Ländern im Osten Afrikas analysierten die Wissenschaftler und glichen sie mit Klimadaten ab.

Begründet sei das Ergebnis zum einen in temperaturbedingt steigender Wasserknappheit. Dann würden die Menschen dicht gehäuft an den verbleibenden Wasserquellen zusammen leben, was das Konfliktpotenzial verschärfe. Zum anderen könnten Dürren die Ernten vernichten. Damit erhöhe sich die Gefahr von gegenseitigen Plünderungen.

Im Zuge des Klimawandels nehmen Wetterextreme in ihrer Häufigkeit  zu – also auch die Hitzewellen.

 

  • O’Loughlin, John, Frank D. W. Witmer, Andrew M. Linke, Arlene Laing, Andrew Gettelman & Jimy Dudhia, 2012: Climate variability and conflict risk in East Africa, 1990–2009. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS). DOI: 10.1073/pnas.1205130109

  • Foto: Petra Bork / pixelio.de

3 Kommentare

Eingeordnet unter Klima, Wissen(schaft)

Weniger Meeresfrüchte wegen Versauerung der Meere?

Der menschengemachte Klimawandel lässt die Ozeane versauern. Davon betroffen sind beispielsweise Muscheln, Meeresschnecken, Seeigel und Armfüßer. Durch die Versauerung könnten ihre Skelette sowie Schalen leichter und dünner werden, wie ein Forscherteam in dem wissenschaftlichen Fachjournal Global Change Biology schreibt. Dies würde sie anfälliger für Feinde machen. Folglich könnte es zukünftig weniger Meeresfrüchte für den menschlichen Verzehr geben.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die vier genannten Tiergruppen an zwölf verschiedenen Orten weltweit. Dafür nahmen sie Proben von den Tropen bis zu den Polen. Sie bestimmten die natürliche Bandbreite ihrer Schalendicke und Skelettgröße. Ziel war es, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede auszumachen und so Vorhersagen über die Folgen der Ozeanversauerung für die Tiere zu treffen. Die Forscher fanden heraus, dass ihre Skelett- und Schalenbildung betroffen ist. Da die Ergebnisse von der Arktis, über England und Australien, bis zur Antarktis ähnlich seien, schließen sie auf ein weit verbreitetes Phänomen unter marinen Arten. Die dünnsten und leichtesten Schalen und Skelette hätten die Tiere der Polarmeere.

Einen Großteil des ausgestoßenen Kohlendioxids nehmen die Weltmeere auf. Im Zuge dessen erhöht sich der Säuregehalt im Wasser. Damit einhergehend verringert sich dort die Verfügbarkeit von Calciumkarbonat. Auf diese chemische Verbindung jedoch sind Muscheln, Schnecken und Co bei der Schalen- sowie Skelettbildung angewiesen.

Ob sich die betroffen Tiergruppen an die prognostizierten Auswirkung des Klimawandels anpassen können, hängt laut den Wissenschaftlern von der Geschwindigkeit der Versauerung ab. Die Tiere bräuchten genügend Zeit.

 

  • Watson, Sue-Ann, Lloyd S. Peck, Paul A. Tyler, Paul C. Southgate, Koh Siang Tan, Robert W. Day & Simon A. Morley, 2012: Marine invertebrate skeleton size varies with latitude, temperature and carbonate saturation: implications for global change and ocean acidification. In: Global Change Biology. DOI: 10.1111/j.1365-2486.2012.02755.x
  • Foto: lisa_eglinton / flickr.com

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Ernährung, Klima, Tiere, Wissen(schaft)

Borkige Astträger-Gesellschaft – der Wald und seine Nutzung

Teil 4 der Serie „Umweltgutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen 2012“

Deutschland zählt zu den waldreichsten Staaten der Europäischen Union. Etwa ein Drittel der Landesfläche ist bewaldet. Inzwischen jedoch wird fast so viel Holz geerntet, wie jährlich nachwächst. Die intensive forstwirtschaftliche Nutzung, der Klimawandel sowie Schad- und Nährstoffeinträge gefährden das Ökosystem. Das geht aus dem aktuellen Umweltgutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU)[1] hervor. Nur 35 Prozent unserer Wälder würden als natur- oder sehr naturnah bezeichnet.

Mehr als ein Viertel der Bestände wiesen im vergangenen Jahr deutliche Verluste an Blättern und Nadeln in den Baumkronen auf. Insgesamt habe sich der Zustand der Wälder im Vergleich zu 2000 und 2010 verschlechtert. Nahezu unverändert seien die Zustände der Kiefern und Fichten. Demgegenüber stiegen die Kronenverlichtungen der Eichen, und besonders der Buchen, an. Ursächlich dafür seien vor allem Luftschadstoffe wie Ozon, Stickstoff- und Schwefelverbindungen. Hinzu komme der Klimawandel. Außerdem hätten Wildbestände einen bedeutenden Einfluss auf die Wälder. So würden sie die jungen Bäume anfressen und sie am Aufwuchs hindern.

Auch können Stickstoffeinträge aus der Luft und benachbarten, landwirtschaftlich genutzten Flächen die Artenzusammensetzung der Wälder beeinflussen. Ferner mache es einen Unterschied, ob ein Wald bewirtschaftet wird oder nicht. Erstere seien in der Regel aufgeräumter, haben also einen geringeren Anteil an liegen gelassenen, umgestürzten Bäumen und abgebrochenem Astwerk. Jenes sogenannte Totholz stehe in direktem Zusammenhang mit der Artenvielfalt. So kämen beispielsweise in den den unbewirtschafteten Buchenwäldern Nordrhein-Westfalens 121 brütende Vogelpaare pro 100 Hektar vor, wohingegen es in den bewirtschafteten 71 seien.

Gleichsam nehme die Nutzung des Waldes rasch zu. Im Durchschnitt würden jährlich 93 Prozent der nachgewachsenen Bäume gefällt. Genutzt werde das Holz bisher überwiegend stofflich. Zudem werde fast die Hälfte energetisch verwendet – Tendenz steigend. Momentan falle hier der größte Anteil auf die Wärmeerzeugung in privaten Haushalten. Mit steigender Nutzung, damit verbundenem Holzeinschlag und der Entnahme von Ernteresten erhöhe sich der Nährstoffaustrag aus den Wäldern. Ferner sinke der Totholzanteil.

Dies wiederum könne zu vermehrten Importen holzartiger Biomasse führen. Damit verbunden seien erhebliche negative Folgen für die Umwelt in den Exportländern. Es fehle schlicht an verbindlichen Standards zum nachhaltigen Anbau und der Nutzung. In Deutschland werden schon heute große Menge an Holzprodukten und Rohholz eingeführt, schreiben die Autoren des Umweltgutachtens. Besonders halb- und fertig verarbeitete Holzwaren kämen aus Ländern außer- sowie innerhalb der EU. Ausgedrückt in Zahlen mache das über die Hälfte des gesamten Holzaufkommens und mehr als das Doppelte des deutschen Rohholzeinschlags aus.

Ursprünglich beherrschten Laubbäume die Wälder Deutschlands, insbesondere die Buche. Auf gut 80 Prozent der Waldfläche müssten sie natürlicherweise vorkommen. Doch bis auf wenige urwaldähnliche Reste gäbe es hierzulande keine Urwälder mehr. Gegenwärtig fänden sich in den deutschen Wäldern 72 Baumarten. Zwölf von ihnen hätte die Forstwirtschaft etabliert, zum Beispiel die nicht einheimische Douglasie. Etwa 75 Prozent der Bäume seien Fichten (28 %), Kiefern (23 %), Buchen (15 %) und Eichen (10 %).

Die Besitzverhältnisse der ‚Astträger-Gesellschaften‘ stellen sich wie folgt dar: Nahezu die Hälfte der Waldfläche sei in Privatbesitz. Dem Staat gehören ungefähr 33 Prozent. Kommunen und Körperschaften des öffentlichen Rechts besäßen circa 20 Prozent. Doch vor allem Privatwälder seien im Vergleich zu staat- und körperschaftlichen Wäldern in einem schlechteren, weniger naturnahen Zustand.

Da in Deutschland 26 Prozent aller Rotbuchenwälder stünden, hätten wir eine besondere Verantwortung in Europa. Weiterhin befänden wir uns im Zentrum des Gesamtgebietes. Um die Wälder zu erhalten, deren konkurrierende Nutzungsansprüche abzufedern und eine umweltgerechte Waldnutzung zu ermöglichen, seien Maßnahmen notwendig. Zum Beispiel müsse die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt „dringend“ umgesetzt werden. Dort sei unter anderem vorgesehen, dass sich die Natur bis 2020 auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands frei entfalten kann. Der Flächenanteil mit natürlicher Waldentwicklung solle bis dahin fünf Prozent betragen.

Für die komplette Waldfläche müssten ökologische Mindeststandards gelten. Dafür wäre eine genaue Erläuterung des vage beschriebenen Begriffs „ordnungsgemäße Forstwirtschaft” aus dem Bundeswaldgesetz hilfreich. Darüber hinaus solle mindestens 80 Prozent des Waldes auf Grundlage eines hochwertigen Siegels zertifiziert werden. Infrage kämen nach Ansicht des SRU dafür die Zertizierungssysteme des Forest Stewardship Council (FSC) und Naturland. Das Siegel des Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) sei hingegen nicht geeignet.

 

[1] Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, kurz SRU, ist eine Expertengruppe, die die Bundesregierung in umweltwissenschaftlichen Fragen beraten soll. Alle vier Jahre erstellt die Gruppe ein Gutachten. Hinzu kommen Sondergutachten zu speziellen Themen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ernennt unter Zustimmung der Bundesregierung die Ratsmitglieder für jeweils vier Jahre. Berufen werden Professorinnen und Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen. (SRU 2008)

 

  • Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) (Hrsg.), 2012: Umweltgutachten 2012. Verantwortung in einer begrenzten Welt. Juni, 694 Seiten

  • Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) (Hrsg.), 2008:  40 Jahre Sachverständigenrat für Umweltfragen.

Kurzfassung:

  • Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) (Hrsg.), 2012: Umweltgutachten 2012. Verantwortung in einer begrenzten Welt. Kurzfassung für Entscheidungsträger. Juni, 12 Seiten

Englische Kurzfassung (Summary):

  • German Advisory Council on the Environment (SRU) (Ed.), 2012: Environmental Report 2012. Responsibility in a finite world. Summary for policy makers. June, 12 pages

3 Kommentare

Eingeordnet unter Energie, Pflanzen, Umwelt

Schrumpfende Blätter durch Klimawandel

Er verschiebt die jahreszeitliche Blüte. Doch auch die Blätter von Pflanzen werden offenbar vom Klimawandel beeinflusst, wie Forscher nun heraus fanden. An Sträuchern namens Dodonaea viscosa konnten sie zeigen, dass sich die Blattgröße verkleinerte. Innerhalb der letzten 127 Jahre sei sie durchschnittlich um zwei Millimeter geschrumpft. Je höher die Extremtemperaturen in den untersuchten Gebieten, desto schmaler waren die Blätter. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Forscher in dem wissenschaftlichen Fachmagazin Biology Letters.

Heimisch ist der Hopfenbusch in den tropischen, subtropischen und gemäßigten Klimazonen der Erde. Für ihre Arbeit untersuchten die Wissenschaftler bis zu 127 Jahre alte Blätter in getrocknetem Zustand. Hinzu kämen circa 270 frische Exemplare. Insgesamt galt es etwa 630 Proben aus dem Süden Australiens zu vermessen. Anschließend erfolgte ein Vergleich mit Klimadaten.

Die veränderten Blätter entsprächen einer Unterart des Strauchs, die normalerweise in heißeren Gebieten Australiens beheimatet sei. Als Erklärung dafür sehen die Forscher eine Anpassungstrategie der Pflanzen an den Klimawandel. Denn kleinere Blätter bedeute weniger Verdunstung und damit ein geringes Risiko für eine Überhitzung.

Nach Angaben der Forscher muss jedoch in weiteren Studien geklärt werden, inwieweit die gemessenen Blattveränderungen auf vererbte Merkmale zurückzuführen sind. Frühere Arbeiten brachten allerdings ähnliche Ergebnisse hervor.

 

  • Guerin, Greg R., Haixia Wen & Andrew J. Lowe, 2012: Leaf morphology shift linked to climate change. In: Biology Letters. DOI: 10.1098/rsbl.2012.0458

  • United States Department of Agriculture (USDA), Agricultural Research Service (ARS), National Genetic Resources Program (Hrsg.), 2012: Germplasm Resources Information Network – (GRIN). Online Datenbank.
    National Germplasm Resources Laboratory: Beltsville, Maryland, USA

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Klima, Pflanzen, Wissen(schaft)

Klimafolgen: unfruchtbarer Boden und veränderter Nährstoffkreislauf

Bodenlebewesen, Pflanzen und Insekten: Ihr Zusammenspiel wird durch den Einfluss des Klimawandels erheblich gestört. Dies ist das Ergebnis einer Studie aus dem wissenschaftlichen Fachblatt Nature Climate Change. In einem sieben Jahre dauernden Feldversuch simulierten die Forscher den Klimawandel. Dazu erhöhten sie in einem Heidegebiet die Temperatur sowie den Kohlendioxidgehalt. Ferner erschafften sie kleinräumige künstliche Dürren. Zwölf Versuchsflächen waren es insgesamt, mit einer Größe von jeweils 28 Quadratmetern. Auf jenen Parzellen setzten die Wissenschaftler Heuschrecken aus, anhand derer sie die Auswirkungen von Schadinsekten auf Bodenorganismen und Nährstoffkreisläufe erforschten. Sobald die Pflanzen von Heuschrecken gefressen wurden, setzten sie über ihre unterirdischen Wurzeln Aminosäuren und Stickstoff frei. Das fördere das Wachstum der Bodenbakterien. Davon wiederum profitiere die Pflanze, da sie mithilfe der Bakterien besser an neue Nährstoffe gelange. Wenn die Forscher allerdings den Klimawandel nachstellten, gaben die Pflanzen weniger Stickstoff ab, die Bodenlebewesen wuchsen langsamer und es waren weniger von ihnen vorhanden. Der verlangsamte Nährstoffkreislauf mache schließlich den Boden unfruchtbar.

 

  • Stevnbak, Karen, Christoph Scherber, David J. Gladbach, Claus Beier, Teis N. Mikkelsen & Søren Christensen, 2012: Interactions between above- and belowground organisms modified in climate change experiments. In: Nature Climate Change. DOI: 10.1038/NCLIMATE1544

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Klima, Wissen(schaft)

Klimawandel: Immer auf die Schwachen

Extremwetterereignisse haben in ihrer Häufigkeit und Intensität zugenommen. Nach einem Sonderbericht des Weltklimarats IPCC ist von einer Verstärkung dieses Trends auszugehen. Bedroht seien insbesondere unter anderem ältere Menschen, Kinder, der arme Bevölkerungsteil in den Entwicklungsländern und Kleinbauern. An der Erstellung des IPCC-Sonderberichtes beteiligten sich 220 Wissenschaftler aus mehr als 60 Ländern.

Wie stark die Menschen von Klimaveränderungen und Wetterereignissen betroffen sein werden, sei sehr von den finanziellen Möglichkeiten der Leute, der Infrastruktur sowie den staatlichen und privaten Maßnahmen zur Vorsorge abhängig. Zudem ist es laut IPCC bedeutsam, ob die Menschen in riskanten Gebieten leben, beispielsweise in Küstenregionen.

Zur Minderung der Risiken seien zum Beispiel Warnsysteme, Vorsorgestrategien und Anpassungsmaßnahmen notwendig, damit aus einem Extremereignis keine Katastrophe werde. Weiterhin halten die Autoren des Berichts es für erforderlich, den Betroffenen auf lokaler Ebene eine aktive Teilhabe bei den Entscheidungsprozessen zu ermöglichen. Ferner sei der Schutz der Ökosysteme in den betroffenen Regionen besonders wichtig.

 

Kernaussagen in deutscher Sprache:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) & IPCC-Koordinierungsstelle (Hrsg.), 2011: Kernaussagen des IPCC Sonderberichtes Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel (SREX). 3 Seiten

Englische Zusammenfassung:

  • Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), 2012: Summary for Policymakers. In: Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation [Field, C.B., V. Barros, T.F. Stocker, D. Qin, D.J. Dokken, K.L. Ebi, M.D. Mastrandrea, K.J. Mach, G.-K. Plattner, S.K. Allen, M. Tignor, and P.M. Midgley]. A Special Report of Working Groups I and II of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press: Cambridge, United Kingdom; New York, USA, 19 Seiten

Ausführliche Fassung (Englisch):

  • Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), 2012: Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation. A Special Report of Working Groups I and II of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Field, C.B., V. Barros, T.F. Stocker, D. Qin, D.J. Dokken, K.L. Ebi, M.D. Mastrandrea, K.J. Mach, G.-K. Plattner, S.K. Allen, M. Tignor, and P.M. Midgley]. Cambridge University Press: Cambridge, United Kingdom; New York, USA, 582 Seiten

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Klima, Wissen(schaft)