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Fukushima-GAU veränderte Tiere und Menschen

Nukleare Auswirkungen der anderen Art

Die Atomkatastrophe in Japan traf das Land schwer. Mehr als Hunderttausend Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Wie traumatisch sich die Folgen des Super-GAUs auf die zurückgelassenen Hunde auswirken, zeigt eine Studie. Demnach sei die Katastrophe äußerst belastend für sie. Auf Seiten der menschlichen Betroffenen könne es ebenfalls zu psychischen Auswirkungen kommen. Eine weitere Veröffentlichung deutet auf Missbildungen bei Schmetterlingen hin. Spätere Generationen seien dabei weitaus stärker betroffen. Die Arbeiten erschienen in dem wissenschaftlichen Fachblatt Scientific Reports. Weiterlesen

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Atomenergie: Alle 20 Jahre ein GAU

Kernschmelzen sind weitaus wahrscheinlicher als bisher angenommen. Das jedenfalls besagt eine Studie einer Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für Chemie. Zwar halbiere Deutschland das atomare Risiko voraussichtlich mit dem Ausstieg aus der Kernenergie. Dennoch könne es weltweit etwa alle 10 bis 20 Jahre zu einem GAU kommen, dem größten anzunehmenden Unfall. Das wäre 200 mal häufiger als die Annahmen vergangener Schätzungen. Ferner würde sich bei einer Reaktorkatastrophe nahezu die Hälfte des radioaktiven Cäsium-137 in 1000 Kilometer Entfernung ablagern, schreiben die Wissenschaftler. Durchschnittlich einmal in 50 Jahren sei in Westeuropa mit einer radioaktiven Kontamination von mehr als 40 Kilobecquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter zu rechnen. Nach internationaler Definition ist ein Landstrich ab dieser Menge radioaktiv belastet. Angesichts ihrer Forschungsergebnisse empfehlen die Autoren der Studie eine Neubetrachtung der von Kernkraftwerken ausgehenden Risiken. Veröffentlicht wurde die Arbeit in dem wissenschaftlichen Fachjournal Atmospheric Chemistry and Physics.

Im Falle eines GAUs würden im Schnitt acht Prozent des freigesetzten Cäsium-137 einen Bereich von 50 Kilometern um den Unfallort kontaminieren. Circa 30 Prozent der Partikel lagern sich laut der Studie innerhalb von 500 Kilometern ab; ungefähr 25 Prozent in mehr als 2000 Kilometern. Dem international vergleichsweise größten Risiko seien die Menschen im Südwesten Deutschlands ausgesetzt. Dort und in den angrenzenden Staaten ist die Reaktordichte nochmals höher als ohnehin in Westeuropa. Betroffen wären im westeuropäischen Raum von einer Kernschmelze etwa 28 Millionen Menschen. In Südasien gehen die Forscher von 34 Millionen, in Ostasien von 21, im Osten der USA von 14, in Osteuropa sowie dem mittleren Westen der USA jeweils von acht und in Nordeuropa von drei Millionen aus.

Bei der Berechnung der Wahrscheinlichkeit eines GAUs teilten die Forscher die gesamte Laufzeit aller weltweiten Reaktoren durch die Anzahl der heute bekannten totalen Kernschmelzen – mit der höchsten Stufe (7) auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES). Dabei fanden die unterschiedlichen Reaktortypen, deren Alter und Lage keine Berücksichtigung. Auf diese Weise hätten die Wissenschaftler auch eine mögliche Kernschmelze in vermeintlich sicheren Kraftwerken einbezogen. Mittels Computermodell ermittelten sie die geografische Ausbreitung radioaktiver Teilchen und Gase. Gegenwärtig gibt es global 440 aktive Kernreaktoren. Zudem seien mehr als 60 derzeit im Bau. Viele weitere seien geplant. Vollständige INES7-Kernschmelzen gab es bisher vier: eine in Tschernobyl und drei in Fukushima.

 

  • Lelieveld, J., D. Kunkel & M. G. Lawrence, 2012: Global risk of radioactive fallout after major nuclear reactor accidents. In: Atmospheric Chemistry and Physics, Ausgabe 12(9), Seiten 4245-4258, DOI: 10.5194/acp-12-4245-2012

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Fukushima brachte internationales Umdenken

Mehr Informationen finden Sie auf den Internetseiten des weltweit agierenden Martktforschungsunternehmens Ipsos.

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