Archiv der Kategorie: Psychologie

Umstrittene Vegetarier-Studie: Depressionen und Krebs durch Vegetarismus?

Einer aktuellen Studie zufolge sind Vegetarier kränker als Mischköstler. Sie litten häufiger an Krebs, Allergien, Angststörungen und Depressionen. Damit widerspricht die Arbeit anderen Fachveröffentlichungen teilweise erheblich. Ob die vegetarische Ernährung zu den Krankheiten oder die Krankheiten zum Vegetarismus führten, können die österreichischen Forscher nicht beantworten. Die Studie erschien in dem wissenschaftlichen Journal PLoS ONE.  Weiterlesen

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Trennungsangst kann hilfreich sein

Trennungsangst_Trennungsaengste_Daniel-Lobo_flick.comLügen und Täuschungen werden von trennungsängstlichen Menschen besser entlarvt. Und zwar im Vergleich zu denjenigen, die nicht oder weniger deutlich unter jenen Ängsten leiden. Das wiederum kann beim Pokerspielen nützlich sein. Beides geht aus einer neuen Studie hervor. Sie erschien in dem wissenschaftlichen Fachblatt Journal of Personality. Weiterlesen

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Fukushima-GAU veränderte Tiere und Menschen

Nukleare Auswirkungen der anderen Art

Die Atomkatastrophe in Japan traf das Land schwer. Mehr als Hunderttausend Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Wie traumatisch sich die Folgen des Super-GAUs auf die zurückgelassenen Hunde auswirken, zeigt eine Studie. Demnach sei die Katastrophe äußerst belastend für sie. Auf Seiten der menschlichen Betroffenen könne es ebenfalls zu psychischen Auswirkungen kommen. Eine weitere Veröffentlichung deutet auf Missbildungen bei Schmetterlingen hin. Spätere Generationen seien dabei weitaus stärker betroffen. Die Arbeiten erschienen in dem wissenschaftlichen Fachblatt Scientific Reports. Weiterlesen

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Freiwilligenarbeit hilf Herz und Kreislauf

Wer ehrenamtliche Tätigkeiten ausführt, unterstützt damit nicht nur andere Menschen oder Tiere. Auch das eigene Herz-Kreislauf-System kann davon profitieren. Das belegt eine Studie dreier Forscherinnen. Sie untersuchten kanadische Jugendliche. Erschienen ist die Arbeit in dem wissenschaftlichen Fachmagazin JAMA Pediatrics. Weiterlesen

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Unbewusster Placebo-Effekt

Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes mit wirkungslosen Pillen oder Scheinbehandlungen. Gemeint ist damit der Placebo-Effekt. Dass der auch unbewusst funktioniert, zeigen Forscher in einer Studie. Veröffentlicht wurde sie in dem wissenschaftlichen Fachjournal PNAS. Die Wirkung käme offenbar nicht alleine durch die Erwartungshaltung der Patienten zustande. Es müsse Mechanismen geben, die unterschwellig ablaufen.

Neben dem Placebo- gibt es noch den Nocebo-Effekt. Er bewirkt, dass wirkstofffreie Substanzen oder wirkungslose Behandlungen gesundheitliche Verschlechterungen hervorrufen. Dabei handelt es sich keineswegs um Einbildungen. Beide Effekte sind messbar. Und bei beiden konnte nachgewiesen werden, dass sie auch unbewusst funktionieren, schreiben die Autoren der Arbeit.

Die Wissenschaftler führten zwei Experimente durch. Vorab gab es mehrere Trainingsdurchläufe. Dazu wurden insgesamt 40 Testpersonen Wärmequellen am Arm befestigt. Danach zeigte man ihnen Gesichter zweier verschiedener Männer. Die Wärmequelle war je nach Bild mal heißer und mal kühler. Auf diese Weise sollten die Teilnehmer die Fotos mit verschiedenen Schmerzreizen verbinden – von nicht schmerzhaft bis schmerzvoll. Anschließend wurden sie gebeten, auf einer von Null bis Hundert reichenden Skala den gefühlten Schmerz zu bewerten.

Das erste Experiment verlief nahezu gleich ab, erklären die Forscher. Mit dem wesentlichen Unterschied, dass es 20 Teilnehmer waren und der Temperaturreiz sich nicht änderte. Von letzterem jedoch wussten sie nichts. Auch der zweite Test ging ähnlich vonstatten. Diesmal allerdings wurden die Gesichter auf den Fotos nur wenige Millisekunden eingeblendet. So kurz, dass es außerhalb dem bewusst Wahrnehmbaren liegt. In beiden Experimenten bewerteten die Testpersonen den Reiz immer dann als schmerzhaft, wenn die anfänglich mit Schmerzen in Verbindung gebrachten Bilder gezeigt wurden. Ganz egal, ob sie das Gesicht bewusst wahrnahmen oder nicht.

 

  • Jensen, Karin B., Ted J. Kaptchuk, Irving Kirsch, Jacqueline Raicek, Kara M. Lindstrom, Chantal Berna, Randy L. Gollub, Martin Ingvar & Jian Kong, 2012: Nonconscious activation of placebo and nocebo pain responses. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS), Ausgabe 109(39), Seiten 15959-15964. DOI: 10.1073/pnas.1202056109

  • Foto: SnaPsi Сталкер / flickr.com

EXTRA

Über Placebos, Anwendungsbeispiele und den Nocebo-Effekt – ein Radiobeitrag zum Nachhören. Kurz wir auch auf die Homöopathie eingegangen. Der Beitrag insgesamt dauert neun Minuten:

  • Deutschlandradio Kultur (Hrsg.), 2013: Kein Wirkstoff, große Wirkung. Auf einem Kongress in Tübingen diskutieren Mediziner über Placebos. Von Thomas Wagner, 27.01.2013

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Autismus durch Luftverschmutzung?

Nicht selten hört man, sie würden in ihrer eigenen Welt leben. Die Rede ist von autistischen Menschen. Wie es zu dieser Entwicklungsstörung kommt, ist unklar. Nun bringen Forscher ein erhöhtes Autismusrisiko mit Luftverschmutzungen in Verbindung. Je größer die verkehrsbedingten Luftbelastungen während der Schwangerschaft und des ersten Lebensjahres seien, desto größer die Wahrscheinlichkeit. Bis zu dreimal höher könne diese sein. Bei den betroffenen Stoffen handele es sich um Feinstäube sowie Stickstoffdioxid. Veröffentlicht wurde die Studie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry.

Die Forscher bezogen 279 autistische Kinder in ihrer Untersuchung ein. Zudem gab es eine Kontrollgruppe mit weiteren 245 Kindern, die nicht von jener Entwicklungsstörung betroffen waren. Mithilfe eines Modells berechneten sie die Schadstoffbelastung. Dabei griffen sie auf Daten zur Verkehrsdichte sowie Windstärke und -richtung zurück. Zusätzlich verwendeten sie Zahlen offizieller Messstellen, welche die Luftqualität überwachen. Um andere Einflussfaktoren ausschließen zu können, erhoben sie beispielsweise Alter, Geschlecht, Ernährungsgewohnheiten, Einkommen und Herkunft der Kleinen.

Die Zahl der Betroffenen, bei denen Autismus festgestellt wurde, ist seit 2006 um 78 Prozent gestiegen, schreibt ein anderer Autor in dem Fachblatt Archives of General Psychiatry. Ob es sich bei obigen Studienergebnissen allerdings tatsächlich um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Autismusrisiko handelt, bleibe offen. Frühere Arbeiten lägen dies jedoch nahe.

 

  • Volk, Heather E., Fred Lurmann, Bryan Penfold, Irva Hertz-Picciotto, Rob McConnell. 2012: Traffic-Related Air Pollution, Particulate Matter, and Autism. In: Archives of General Psychiatry. DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2013.266

  • Dawson, Geraldine, 2012: Dramatic Increase in Autism Prevalence Parallels Explosion of Research Into Its Biology and Causes. In: Archives of General Psychiatry. DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2013.488
  • Foto: hepingting / flickr.com

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Mehr Ehrlichkeit kann Gesundheitsempfinden fördern

Davon berichteten zwei Forscherinnen auf der Jahrestagung der American Psychological Association, dem nordamerikanischen Fachverband für Psychologie. In deutscher Sprache beispielsweise beim Österreichischen Rundfunk (ORF) nachzulesen.

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Lichtverschmutzung begünstigt Depressionen

Nachts wird es nicht mehr richtig dunkel, besonders in den Städten. Irgendwo brennen immer Lichter. Weniger sichtbare Sterne am Himmel sind die Folge. Nun fanden Forscher Hinweise auf eine weitere Auswirkung dieser Lichtverschmutzung. Sie berichten davon in dem wissenschaftlichen Fachblatt Molecular Psychiatry. In Versuchen mit Hamstern zeigten sich klare depressionsähnliche Anzeichen. Schon schwache Lichtquellen würden ausreichen, wie beispielsweise der nächtliche Schimmer von Straßenlaternen oder einem laufenden Fernseher. Sie führten zu Verhaltensänderungen bei den Tieren, einer Störung der inneren Uhr und des Hirnstoffwechsels. Allerdings seien die Folgen umkehrbar. Das Entfernen der störenden Lichter normalisierte den Gemütszustand der Nager nach zwei Wochen. Die Wissenschaftlicher vermuten einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden nächtlichen Lichtverschmutzung und der steigenden Zahl depressiver Menschen.

Hielten die Forscher die Hamster nachts nicht bei Dunkelheit, sondern schwachem Licht, machten sich nach vier Wochen deutliche depressionsähnliche Symptome bemerkbar. Diese äußerten sich in einer geringen Aktivität der Tiere und einem Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn. Derartige Anzeichen seien auch bei Menschen mit einer schweren Depression bekannt. Sogar Zuckerwasser rührten die Nager kaum noch an, was sehr ungewöhnlich sei.

Ihre Verhaltensexperimente führten die Wissenschaftler mit einzeln gehaltenen, weiblichen Hamstern durch. Acht Wochen dauerte das. Um hormonelle Einflüsse ausschließen zu können, entfernten sie ihnen die Eierstöcke. Einige der Tiere wurden bei einem normalen Tag-Nacht-Rhythmus gehalten – 16 Stunden Licht und acht Dunkelheit. Die andere Hälfte war nachts einem schwachen Licht von fünf Lux ausgesetzt. Das entspräche ungefähr dem Licht, den ein Fernseher in einem dunklen Raum ausstrahlt. Im Anschluss an die Versuchszeit töteten sie die Tiere und untersuchten ihre Gehirne auf depressionstypische Veränderungen.

Auch andere Studie hätten bereits Auswirkungen nächtlicher schwacher Lichtquellen nachgewiesen: Übergewicht und ebenfalls Depressionen. Von Lichtverschmutzungen in der Nacht seien 99 Prozent der US-Amerikaner und Europäer betroffen.

 

  • Bedrosian, T. A., Z. M. Weil & R. J. Nelson, 2012: Chronic dim light at night provokes reversible depression-like phenotype: possible role for TNF. In: Molecular Psychiatry. DOI: 10.1038/mp.2012.96

  • Foto: Olek389 / pixelio.de

EXTRAS

Einen Eindruck eines Sternenhimmels ohne Lichtverschmutzung liefern folgende zwei Videos:

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Belastendes, gutes Gedächtnis

Menschen mit einem überdurchschnittlich guten Gedächtnis leiden häufiger unter schrecklichen Erlebnissen. Dies geht aus einer Arbeit hervor, welche gestern in dem wissenschaftlichen Fachmagazin PNAS erschien.

Die Forscher entdeckten eine Genvariante mit Namen PKC alpha. Sie fanden heraus, dass sich die Träger jener Genvariante besser Informationen merken können. Zum einen neutraler Art, beispielsweise in Form von Schulstoff, und zum anderen emotionaler Natur. Dementsprechend zeigte sich bei den Probanden eine erhöhte Aktivität derjenigen Hirnareale, die mit dem emotionalen Gedächtnis assoziiert werden. Mehr als 1000 Versuchspersonen nahmen an der Studie teil.

Darüber hinaus untersuchen die Wissenschaftler etwa 350 Überlebende des Völkermordes in Ruanda. Insgesamt litten diejenigen Probanden, die über PKC alpha verfügten, öfter unter quälenden Erinnerungen an den Bürgerkrieg. Zudem wiesen sie im Durchschnitt häufiger posttraumatische Belastungsstörungen auf – einer psychischen Erkrankung infolge schlimmster Erlebnisse, wie beispielsweise schweren Verkehrsunfällen oder Vergewaltigungen.

 

  • de Quervain, Dominique J.-F., Iris-Tatjana Kolassa, Sandra Ackermann, Amanda Aerni, Peter Boesiger, Philippe Demougin, Thomas Elbert, Verena Ertl, Leo Gschwind, Nils Hadziselimovic, Edveena Hanser, Angela Heck, Petra Hieber, Kim-Dung Huynh, Markus Klarhöfer, Roger Luechinger, Björn Rasch, Klaus Scheffler, Klara Spalek, Christoph Stippich, Christian Vogler, Vanja Vukojevic,Attila Stetak & Andreas Papassotiropoulos, 2012: PKCα is genetically linked to memory capacity in healthy subjects and to risk for posttraumatic stress disorder in genocide survivors. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS). DOI: 10.1073/pnas.1200857109

EXTRA

Beitrag in dem wissenschaftlichen Fachblatt Nature zu der Studie:

  • Costandi, Mo, 2012: Gene linked to post-traumatic stress. A good memory can be a curse in traumatic situations. In: Nature. DOI: 10.1038/nature.2012.10632

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Reichere Menschen tendieren eher dazu, sich unmoralisch zu verhalten

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS).

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