Archiv der Kategorie: Klima

Klimaskeptische Bücher und konservative Gruppen

Konservative Denkfabriken mischen erheblich mit hinsichtlich des Klimawandels. Sie versuchen, Zweifel an der menschengemachten Erderwärmung zu streuen. Ein weit verbreitetes Mittel dafür sind Bücher. Das geht aus einer Arbeit zweier Forscher hervor. Demnach besteht bei durchschnittlich 72 Prozent der Werke eine nachweisliche Verbindung zu konservativen Think Tanks. Fast alle Autoren hätten keinen einschlägigen akademischen Hintergrund. Diejenigen, welche ihn haben, stünden mehrheitlich den Denkfabriken nahe. Zudem befürworten beinahe alle eine konservative Weltanschauung. Mindestens 90 Prozent der Bücher hätten keine wissenschaftliche Begutachtung durchlaufen. Die meisten stammen aus den USA. Veröffentlicht wurde die Studie in dem Fachmagazin American Behavioral Scientist.  Weiterlesen

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Klimaskeptiker neigen zu Verschwörungstheorien und Wirtschaftsliberalismus

97 Prozent aller Klimawissenschaftler weltweit betrachten den menschengemachten Klimawandel als erwiesen. Dennoch gibt es Personen, die das nicht anerkennen oder die globale Erwärmung für unbedeutend halten. Psychologen befragten jene sogenannten Klima(wandel)skeptiker. Die Ergebnisse: Wer die Existenz des anthropogenen Klimawandels verneinte, glaubte auch eher an andere Verschwörungstheorien. Zudem seien Klimakritiker sehr oft Befürworter eines freien Marktes, möglichst ohne Regeln. Generell hätten wirtschaftsliberale Menschen wissenschaftliche Lehrsätze eher abgelehnt. Letzteres gelte ebenso für Verschwörungstheoretiker. Diejenigen Menschen, die davon ausgingen, frühere Umweltprobleme seien bereits gelöst, neigten ebenfalls zu einer klimaskeptischen Position. Die Studie erschien in dem wissenschaftlichen Fachjournal Psychological Science. Weiterlesen

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Eisbär und Klimawandel sind keine Freunde

Kann sich der Polarbär erneut einem wärmeren Klima anpassen? Wie ist es um seine Zukunft bestellt? Antworten liefern zwei kanadische Forscher in einer zusammenfassenden Studie. Ihnen zufolge wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit größtenteils aussterben. Und zwar im südlichen Teil seines Verbreitungsgebietes. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte es zwei Drittel der weltweiten Population nicht mehr geben. Möglicherweise überlebe er mittelfristig im Norden Grönlands und auf arktischen Inseln Nordkanadas. Langfristig jedoch sei das Fortbestehen der Eisbären ungewiss, solange der Klimawandel voran schreite wie bisher. Vergangene erdgeschichtliche Warmphasen habe er dank gänzlich anderer Lebensumstände überlebt. Veröffentlicht wurde die Arbeit in dem wissenschaftlichen Fachjournal Global Change Biology. Sie berücksichtigt etwa 75 Studien. Weiterlesen

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Gibt es heute mehr Eisbären als früher?

Sind Polarbären etwa doch nicht gefährdet? Hat sich der Bestand erholt? Gegenwärtig wird ihre Zahl auf weltweit 20 000 bis 25 000 geschätzt. Deutlich weniger sollen es vor circa 45 Jahren gewesen sein. Erklärungen dafür finden sich in der wissenschaftlichen Fachliteratur. Demnach erscheint die Population heute größer als früher, da zum einen die Jagd auf Eisbären eingeschränkt wurde. Zum anderen sei die Forschung aufgrund internationaler Zusammenarbeit voran geschritten und daher die Datenerhebung genauer geworden. Außerdem wurde das Management der Polarbären verbessert. Dazu gehört beispielsweise die Einrichtung von Schutzgebieten, um ihren Lebensraum zumindest in Teilen zu erhalten.

Schon 1972 betrachtete ein weiterer Autor die früheren Schätzungen als „unzuverlässig“. Was er damit meinte, veranschaulichen folgende Beispiele: 1959 schätzte ein Forscherteam die Zahl der weltweiten Eisbärpopulation auf 17 000 bis 19 000. Fünf Jahre später kam ein anderer Wissenschaftler zum dem Schluss, es wären weit über 10 000 gewesen. 1965 belief sich die Schätzung eines weiteren Forschers auf 5000 bis 8000 Tiere. Er berichtigte sich Ende der 60er zusammen mit einem Kollegen und setzte die Zahl auf 10 000 bis 15 000. In einer anderen wissenschaftlichen Quelle ist die Rede von insgesamt 8000 bis 10 000 Polarbären. Als Zeitraum sind die Jahre 1965 bis 70 angegeben.

Von einer Entwarnung hinsichtlich der Populationsgröße kann folglich keine Rede sein. Auch heute noch gelten Eisbären als gefährdet.

 

  • Obbard, Martyn E., Gregory W. Thiemann, Elizabeth Peacock & Terry D. DeBruyn (Hrsg.), 2010: Polar bears: proceedings of the 15th Working Meeting of the IUCN/SSC Polar Bear Specialist Group, Copenhagen, Denmark, 29 June–3 July 2009. IUCN: Gland, Schweiz

  • Servheen, Christopher, 1990: Status and conservation of the bears of the world. In: International Conference on Bear Research and Management Monograph, Ausgabe 2

  • Larsen, Thor, 1972: Air and Ship Census of Polar Bears in Svalbard (Spitsbergen). In: The Journal of Wildlife Management, Ausgabe 36(2), Seiten 562-570

  • Schliebe, S., Ø. Wiig, A, Derocher & N. Lunn (IUCN SSC Polar Bear Specialist Group), 2008: Ursus maritimus. In: IUCN 2012. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2012.2

  • Foto: Angell Williams / flickr.com

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CO2-Anstieg – Pflanzenwachstum – bessere Ernten?

Pflanzen brauchen Kohlendioxid zum Wachsen. Der Klimawandel könnte sich folglich positiv auf Ernteerträge auswirken. Zwei kürzlich erschienene Studien untermauern das Gegenteil. Veröffentlicht wurden sie in den wissenschaftlichen Fachmagazinen Plant Physiology sowie Global Change Biology.

Getreide ist heutzutage auf hohe Kornerträge ausgerichtet. Erreicht wird dies mithilfe von Sorten, denen kurze Halme angezüchtet wurden. So gewinnen sie an Stabilität und können mehr Körner tragen. Darauf fußt die weltweite Ernährungsgrundlage. Nun allerdings legt erstere Studie nahe, dass der Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre die kurzhalmigen Getreidesorten wieder länger werden lässt. Das CO2 gleiche ein zuvor durch Züchtung blockiertes Wachstumshormon aus und nehme den Pflanzen allmählich die erwünschte Kurzhalmigkeit, schreiben die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Pflanzenphysiologie und der Universität Potsdam. Längere Halme jedoch können weniger Körner tragen und brechen leichter. Infolgedessen ist mit geringeren Erträgen zu rechnen. Beobachten konnten sie das Wachstum der Halme an Modellpflanzen namens Acker-Schmalwand.

In der zweiten Studie stellten schwedische Forscher eine Minderung der Getreidequalität fest. Dazu analysierten sie 57 wissenschaftliche Arbeiten, darunter Feld- und Laborexperimente. 24 verschiedene Weizensorten wurden berücksichtigt. Im Ergebnis machten sie geringere Proteingehalte in den Körnern und somit schlechtere Nährwerte aufgrund erhöhter CO2-Konzentrationen aus.

 

  • Ribeiro, Dimas M., Wagner L. Araújo, Alisdair R. Fernie, Jos H.M. Schippers & Bernd Mueller-Roeber, 2012: Action of Gibberellins on Growth and Metabolism of Arabidopsis Plants Associated with High Concentration of Carbon Dioxide. In: Plant Physiology, Ausgabe 160(4), Seiten 1781-1794. DOI: 10.1104/pp.112.204842

  • Pleijel, Håkan & Johan Uddling, 2012: Yield vs. Quality trade-offs for wheat in response to carbon dioxide and ozone. In: Global Change Biology, Ausgabe 18(2), Seiten 596-605. DOI: 10.1111/j.1365-2486.2011.2489.x

  • Foto: Falk Lademann / flickr.com

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Polarkreise: wachsende und schmelzende Eismassen?

Warum nimmt das antarktische Meereis zu, während es in der Arktis schrumpft? Ein Widerspruch in Zeiten des Klimawandels? Nein, es liegt am Wind und unterschiedlichen geografischen Gegebenheiten, schreiben Forscher in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Die Arbeit erschien in dem wissenschaftlichen Fachjournal Nature Geoscience.

Einhergehend mit dem Klimawandel schmelzen die arktischen Eismassen seit den vergangenen Jahrzehnten in erheblichem Maße. Demgegenüber wachse das antarktische Eis unter dem Strich leicht. Was bedeute, dass es regional sowohl große Volumenverluste, als auch Zuwächse gebe. Ersteres sei ein Phänomen des antarktischen Gletschereises, letzteres beträfe das Meereis der Antarktis. Dazu geführt, hätten verstärkt auftretende, nach Norden strömende Winde. Diese würden das Eis aus der Antarktis nach außen in die Randbereiche blasen und so die Fläche vergrößern. Begünstigt würde der Vorgang durch Schwankungen der Lufttemperaturen, welche ebenfalls von den Winden ausgingen. In der Arktis hingegen sei das nicht möglich, da der arktische Ozean von Landmassen umgeben ist, die eine derartige Ausbreitung des Eises verhindere.

Meereseis bewegt sich von Natur aus stetig – aufgrund der Winde. Jedoch seien die antarktischen Eisbewegungen stärker als gewöhnlich. Seit 1992 hätte sich die sogenannte Eisdrift verändert. In einigen Gebieten habe eine Verdopplung der Zunahme stattgefunden; anderenorts schwand das Eis maßgeblich.

Die Wissenschaftler stützen ihre Forschungsergebnisse auf Daten von vier meteorologischen Satelliten. Innerhalb von 19 Jahren führten sie mehr als fünf Millionen Messungen durch, welche die täglichen Eisbewegungen erfassten. Damit seien erstmalig Langzeitveränderungen des antarktischen Meereises dokumentiert.

Nicht zu unterschätzen, sei die Rolle des Meereises im globalen Zusammenhang: Es reflektiert Sonnenenergie und leistet somit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt des Weltklimas. Ohne die Eismassen würden die Temperaturen auf der Erde erheblich steigen.

[Update: siehe Kommentare]

 

  • Holland, Paul R. & Ron Kwok, 2012: Wind-driven trends in Antarctic sea-ice drift. In: Nature Geoscience. DOI: 10.1038/ngeo1627

  • Foto: jjunyent / flickr.com

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Hitzeextreme steigern Kriegsgefahr

Überdurchschnittlich heiße Jahre erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Konflikten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in dem wissenschaftlichen Fachblatt PNAS. Demnach steige die Wahrscheinlichkeit einer Auseinandersetzung um nahezu 30 Prozent – verglichen mit normalen, regionaltypischen Temperaturverhältnissen.

Mehr als 16000 Konflikte der Jahre 1990 bis 2009 aus neun Ländern im Osten Afrikas analysierten die Wissenschaftler und glichen sie mit Klimadaten ab.

Begründet sei das Ergebnis zum einen in temperaturbedingt steigender Wasserknappheit. Dann würden die Menschen dicht gehäuft an den verbleibenden Wasserquellen zusammen leben, was das Konfliktpotenzial verschärfe. Zum anderen könnten Dürren die Ernten vernichten. Damit erhöhe sich die Gefahr von gegenseitigen Plünderungen.

Im Zuge des Klimawandels nehmen Wetterextreme in ihrer Häufigkeit  zu – also auch die Hitzewellen.

 

  • O’Loughlin, John, Frank D. W. Witmer, Andrew M. Linke, Arlene Laing, Andrew Gettelman & Jimy Dudhia, 2012: Climate variability and conflict risk in East Africa, 1990–2009. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS). DOI: 10.1073/pnas.1205130109

  • Foto: Petra Bork / pixelio.de

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Weniger Meeresfrüchte wegen Versauerung der Meere?

Der menschengemachte Klimawandel lässt die Ozeane versauern. Davon betroffen sind beispielsweise Muscheln, Meeresschnecken, Seeigel und Armfüßer. Durch die Versauerung könnten ihre Skelette sowie Schalen leichter und dünner werden, wie ein Forscherteam in dem wissenschaftlichen Fachjournal Global Change Biology schreibt. Dies würde sie anfälliger für Feinde machen. Folglich könnte es zukünftig weniger Meeresfrüchte für den menschlichen Verzehr geben.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die vier genannten Tiergruppen an zwölf verschiedenen Orten weltweit. Dafür nahmen sie Proben von den Tropen bis zu den Polen. Sie bestimmten die natürliche Bandbreite ihrer Schalendicke und Skelettgröße. Ziel war es, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede auszumachen und so Vorhersagen über die Folgen der Ozeanversauerung für die Tiere zu treffen. Die Forscher fanden heraus, dass ihre Skelett- und Schalenbildung betroffen ist. Da die Ergebnisse von der Arktis, über England und Australien, bis zur Antarktis ähnlich seien, schließen sie auf ein weit verbreitetes Phänomen unter marinen Arten. Die dünnsten und leichtesten Schalen und Skelette hätten die Tiere der Polarmeere.

Einen Großteil des ausgestoßenen Kohlendioxids nehmen die Weltmeere auf. Im Zuge dessen erhöht sich der Säuregehalt im Wasser. Damit einhergehend verringert sich dort die Verfügbarkeit von Calciumkarbonat. Auf diese chemische Verbindung jedoch sind Muscheln, Schnecken und Co bei der Schalen- sowie Skelettbildung angewiesen.

Ob sich die betroffen Tiergruppen an die prognostizierten Auswirkung des Klimawandels anpassen können, hängt laut den Wissenschaftlern von der Geschwindigkeit der Versauerung ab. Die Tiere bräuchten genügend Zeit.

 

  • Watson, Sue-Ann, Lloyd S. Peck, Paul A. Tyler, Paul C. Southgate, Koh Siang Tan, Robert W. Day & Simon A. Morley, 2012: Marine invertebrate skeleton size varies with latitude, temperature and carbonate saturation: implications for global change and ocean acidification. In: Global Change Biology. DOI: 10.1111/j.1365-2486.2012.02755.x
  • Foto: lisa_eglinton / flickr.com

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Schrumpfende Blätter durch Klimawandel

Er verschiebt die jahreszeitliche Blüte. Doch auch die Blätter von Pflanzen werden offenbar vom Klimawandel beeinflusst, wie Forscher nun heraus fanden. An Sträuchern namens Dodonaea viscosa konnten sie zeigen, dass sich die Blattgröße verkleinerte. Innerhalb der letzten 127 Jahre sei sie durchschnittlich um zwei Millimeter geschrumpft. Je höher die Extremtemperaturen in den untersuchten Gebieten, desto schmaler waren die Blätter. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Forscher in dem wissenschaftlichen Fachmagazin Biology Letters.

Heimisch ist der Hopfenbusch in den tropischen, subtropischen und gemäßigten Klimazonen der Erde. Für ihre Arbeit untersuchten die Wissenschaftler bis zu 127 Jahre alte Blätter in getrocknetem Zustand. Hinzu kämen circa 270 frische Exemplare. Insgesamt galt es etwa 630 Proben aus dem Süden Australiens zu vermessen. Anschließend erfolgte ein Vergleich mit Klimadaten.

Die veränderten Blätter entsprächen einer Unterart des Strauchs, die normalerweise in heißeren Gebieten Australiens beheimatet sei. Als Erklärung dafür sehen die Forscher eine Anpassungstrategie der Pflanzen an den Klimawandel. Denn kleinere Blätter bedeute weniger Verdunstung und damit ein geringes Risiko für eine Überhitzung.

Nach Angaben der Forscher muss jedoch in weiteren Studien geklärt werden, inwieweit die gemessenen Blattveränderungen auf vererbte Merkmale zurückzuführen sind. Frühere Arbeiten brachten allerdings ähnliche Ergebnisse hervor.

 

  • Guerin, Greg R., Haixia Wen & Andrew J. Lowe, 2012: Leaf morphology shift linked to climate change. In: Biology Letters. DOI: 10.1098/rsbl.2012.0458

  • United States Department of Agriculture (USDA), Agricultural Research Service (ARS), National Genetic Resources Program (Hrsg.), 2012: Germplasm Resources Information Network – (GRIN). Online Datenbank.
    National Germplasm Resources Laboratory: Beltsville, Maryland, USA

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Erdbeben durch CO2-Speicherung

Verwerfungen mit V-förmigen Bruchlinien

Das unterirdische Speichern großer Mengen Kohlendioxid birgt Gefahren. Es könne wahrscheinlich zu kleineren Erdbeben führen, wie zwei Forscher in einem Artikel des wissenschaftlichen Fachmagazins PNAS schreiben. In der Folge müsse mit dem Austreten des Treibhausgases gerechnet werden.

Vor allem die Kohlendioxid-Speicherung in der Nähe von geologischen Bruchflächen, könne kleine Erdbeben auslösen. Der Grund dafür liege in der Erhöhung des Porendrucks, welcher die ohnehin vorhandenen Spannungen der Erdkruste verstärke. Laut den beiden Wissenschaftlern kann das ausreichen, um undichte Stellen im CO2-Speicher entstehen zu lassen. Verringern ließe sich das Risiko, indem derartige, sogenannte Verwerfungen zuvor ausfindig gemacht würden. Dabei seien großflächige Gesteinsverschiebungen verhältnismäßig leicht zu erkennen. Problematisch werde es jedoch bei kleineren Brüchen. Zu kleineren Erschütterungen sei es bei der Entsorgung von Abwässern Untertage in den USA schon gekommen.

Mithilfe der CCS-Technik, der Kurzform für Carbon Capture and Storage, soll Kohlendioxid abgeschieden und unterirdisch gespeichert werden. Befürworter jener Idee versprechen sich davon, den CO2-Ausstoß aus der Verbrennung fossiler Energieträger zu verringern und so dem Klimawandel entgegen zu wirken. Dazu sei es allerdings nötig, jährlich weltweit etwa 3,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Untergrund zu entsorgen. Ferner dürfe nach der Analyse der Forscher weniger als ein Prozent des Gases innerhalb von 1000 Jahren entweichen. Andernfalls wäre ein Umbau hin zu erneuerbaren Energien effektiver. Unter dem Strich sei der großräumige Einsatz der CCS-Technik äußerst teuer und riskant. In Einzelfällen könne CCS dennoch sinnvoll sein. Als globale Strategie zur deutlichen Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes sei die Technik wahrscheinlich nicht geeignet.

 

  • Zoback, Mark D. & Steven M. Gorelick, 2012: Earthquake triggering and large-scale geologic storage of carbon dioxide. In: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). DOI: 10.1073/pnas.1202473109

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