Klimaskeptische Bücher und konservative Gruppen

Konservative Denkfabriken mischen erheblich mit hinsichtlich des Klimawandels. Sie versuchen, Zweifel an der menschengemachten Erderwärmung zu streuen. Ein weit verbreitetes Mittel dafür sind Bücher. Das geht aus einer Arbeit zweier Forscher hervor. Demnach besteht bei durchschnittlich 72 Prozent der Werke eine nachweisliche Verbindung zu konservativen Think Tanks. Fast alle Autoren hätten keinen einschlägigen akademischen Hintergrund. Diejenigen, welche ihn haben, stünden mehrheitlich den Denkfabriken nahe. Zudem befürworten beinahe alle eine konservative Weltanschauung. Mindestens 90 Prozent der Bücher hätten keine wissenschaftliche Begutachtung durchlaufen. Die meisten stammen aus den USA. Veröffentlicht wurde die Studie in dem Fachmagazin American Behavioral Scientist. 

Bei den in den 1980er Jahren erschienen Büchern gäbe es hingegen immer eine Verbindung zu konservativen Denkfabriken. In den 90ern läge der Anteil bei 95 Prozent, und im Zeitraum von 2000 bis 2010 bei 65 Prozent. Der Rückgang sei dadurch begründet, da vermehrt Bücher im Eigenverlag rauskommen. Geschrieben, oftmals von Laien ohne wissenschaftliche Ausbildung. Jene Autoren hätten eine eher traditionelle Weltsicht. Ziel derartiger Veröffentlichungen sei es vorwiegend, Zweifel an Klimaforschern und der Klimawissenschaft als Ganzes zu erzeugen.

Insgesamt 108 Bücher, in denen der menschengemachte Klimawandel bestritten wird, untersuchten die Wissenschaftler. Damit hätten sie nahezu alle derartigen englischsprachigen Veröffentlichungen bis 2010 abgedeckt. Jedes dieser Bücher erkennt mindestens eines der folgenden Punkte nicht an: a) die Existenz der globalen Erwärmung, b) dass vor allem der Mensch dafür verantwortlich ist, und c) dass dies unter dem Strich mehr Nachteile für Mensch und Umwelt haben wird, als mögliche positive Auswirkungen.

84 der Bücher erschienen innerhalb vergangenen Jahrzehnts, einschließlich 2010. Gut 60 Prozent wurden in den USA publiziert. Knapp 20 Prozent stammen aus Großbritannien. Weitere 20 aus anderen Ländern, vor allem Kanada und Australien. Aber auch Deutschland ist mit einem englischsprachigen Buch beteiligt. Es heißt ‚Global Warming: The Rest of the Story‘. Der Autor, Gerd R. Weber, habe Verbindungen zum klimawandelskeptischen ‚Committee for a Constructive Tomorrow‚ (CFACT).

 

  • Dunlap, Riley E. & Peter J. Jacques, 2013: Climate Change Denial Books and Conservative Think Tanks. Exploring the Connection. In: American Behavioral Scientist, Ausagbe 57(6), Seiten 699-731. DOI: 10.1177/0002764213477096

  • Foto: shutterhacks / flickr.com & :Wissenschaft und Schreie

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