Tierhandel und Ledernutzung gefährden Groß-Echsen?

Erstmalig untersuchte ein Forscherteam die Gefährdungssituation von Waranen. Und zwar in Südostasien und dem Indo-australischen Archipel, ihrem Hauptverbreitungsgebiet weltweit. Dabei stellte sich heraus, dass die Groß-Echsen vor allem drei Bedrohungen ausgesetzt sind: der Zerstörung ihres Lebensraums durch den Menschen, der internationale Reptilienhandel für den Haustierbedarf sowie der Nutzung ihrer Häute und ihres Fleisches. Dies geschehe zudem oftmals illegal. Auch Deutschland und andere europäische Länder sind daran beteiligt. In der Folge könne das Überleben einiger Arten gefährdet sein. Veröffentlicht wurde die Studie in dem wissenschaftlichen Fachmagazin Herpetological Conservation and Biology.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre mussten mehr als sechs Millionen Warane ihr Leben lassen. Allein von Indonesien werden jährlich etwa 450 000 Häute von ihnen, überwiegend einer Art, legal exportiert, schreiben die Wissenschaftler. Nach der „grausamen“ Schlachtung würden aus ihnen Handtaschen oder Bänder für Armbanduhren. Die KundInnen kämen in erster Linie aus Europa, den  USA und Japan. Ebenso sei es hinsichtlich des Handels mit den Waranen für die Heimtiermärkte. Ungefähr zwei Drittel der gefangenen Reptilien stürben dabei gewöhnlich aufgrund „katastrophaler“ Haltungsbedingungen, bevor sie den Handel erreichten. Die überwiegende Mehrheit der Tiere insgesamt stamme aus Wildfängen.

Das alles geschehe trotz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Zum einen werde die Einhaltung der Handelsquoten ungenügend kontrolliert. Zum anderen gibt es nicht für alle Waran-Arten jährlich festgesetzte Fangmengen. Weiterhin mangele es den Kontrolleuren an Artenkenntnissen. Daher hat die Forschergruppe einen bebilderten Bestimmungsschlüssel entwickelt und die Verbreitung sowie den Schutzstatus der Tiere untersucht. Auf diese Weise sollen es die Behörden und anderen Beteiligten zukünftig leichter haben, die Warane zu unterscheiden. Neben einem verbesserten Schutz der Groß-Echsen in ihren Heimatgebieten müssten auch die Verbraucherländer in die Pflicht genommen werden.

Am 8. Juni 2013 findet im nordrhein-westfälischen Hamm zum 50. Mal die Terraristika statt – die weltgrößte Börse für Reptilien und andere Terrarientiere.

 

  • Koch, André, Thomas Ziegler, Wolfgang Böhme, Evy Arida & Mark Auliya, 2013: Pressing Problems: Distribution, Threats, and Conservation Status of the Monitor Lizards (Varanidae: Varanus spp.) of Southeast Asia and the Indo-Australian Archipelago. In: Herpetological Conservation and Biology, Ausgabe 8 (Monographie 3), Seiten 1-62. ISSN: 1931-7603

  • Foto: Hafiz Issadeen (YIM Hafiz) / flickr

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Eingeordnet unter Tiere, Umwelt, Wirtschaft, Wissen(schaft)

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