Autismus durch Luftverschmutzung?

Nicht selten hört man, sie würden in ihrer eigenen Welt leben. Die Rede ist von autistischen Menschen. Wie es zu dieser Entwicklungsstörung kommt, ist unklar. Nun bringen Forscher ein erhöhtes Autismusrisiko mit Luftverschmutzungen in Verbindung. Je größer die verkehrsbedingten Luftbelastungen während der Schwangerschaft und des ersten Lebensjahres seien, desto größer die Wahrscheinlichkeit. Bis zu dreimal höher könne diese sein. Bei den betroffenen Stoffen handele es sich um Feinstäube sowie Stickstoffdioxid. Veröffentlicht wurde die Studie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry.

Die Forscher bezogen 279 autistische Kinder in ihrer Untersuchung ein. Zudem gab es eine Kontrollgruppe mit weiteren 245 Kindern, die nicht von jener Entwicklungsstörung betroffen waren. Mithilfe eines Modells berechneten sie die Schadstoffbelastung. Dabei griffen sie auf Daten zur Verkehrsdichte sowie Windstärke und -richtung zurück. Zusätzlich verwendeten sie Zahlen offizieller Messstellen, welche die Luftqualität überwachen. Um andere Einflussfaktoren ausschließen zu können, erhoben sie beispielsweise Alter, Geschlecht, Ernährungsgewohnheiten, Einkommen und Herkunft der Kleinen.

Die Zahl der Betroffenen, bei denen Autismus festgestellt wurde, ist seit 2006 um 78 Prozent gestiegen, schreibt ein anderer Autor in dem Fachblatt Archives of General Psychiatry. Ob es sich bei obigen Studienergebnissen allerdings tatsächlich um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Autismusrisiko handelt, bleibe offen. Frühere Arbeiten lägen dies jedoch nahe.

 

  • Volk, Heather E., Fred Lurmann, Bryan Penfold, Irva Hertz-Picciotto, Rob McConnell. 2012: Traffic-Related Air Pollution, Particulate Matter, and Autism. In: Archives of General Psychiatry. DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2013.266

  • Dawson, Geraldine, 2012: Dramatic Increase in Autism Prevalence Parallels Explosion of Research Into Its Biology and Causes. In: Archives of General Psychiatry. DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2013.488
  • Foto: hepingting / flickr.com

2 Kommentare

Eingeordnet unter Medizin, Psychologie, Umwelt, Wissen(schaft)

2 Antworten zu “Autismus durch Luftverschmutzung?

  1. Selbstdenker

    Vielleicht sollte man lieber eine statistische Korrelation hierzu verfolgen, sofern die Konzernlobbyisten der Impfstoffhersteller, die sich mittlerweile auf höchster Ebene in der WHO befinden, dies zulassen, bzw. auch veröffentlichen lassen. Man denke nur an die vermeintliche Pandemie (sic!) der wohl eher unspektakulär verlaufenen Schweinegrippe, als es für sogenannten „Entscheidungsträger“ einen anderen Impfstoff als den für den Durchschnittsmenschen bestimmten gab. Für die Durchschnittsbevölkerung gab es Impfstoffe mit sogenanten Adjuvantien, die u. a. Quecksilber enthielten.

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1062915/
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1057258/
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1406767/
    http://www.impfkritik.de/upload/pdf/impfkalender/grafik1.pdf
    http://www.impfkritik.de/autismus/

    Eine neutrale Zusammenstellung von diversen diesbezüglichen Untersuchungen, die eine Übersicht bieten, für jeden, der sich selbst ein Bild machen will.

    Zu oben genannter Studie ist noch anzumerken, daß wir seitens der Automobilindustrie mittlerweile die schadstofffreiesten Abgase aller Zeiten haben – in den USA gibt es den Kat zur Abgasreinigung schon viel länger als in D.

    • @Selbstdenker: Auch wenn Ihr Kommentar größtenteils nicht zum Blogbeitrag passt, möchte ich Ihnen antworten: Hinsichtlich Ihrer Kritik an möglichen Interessenkonflikten innerhalb der (Zulassungs)behörden für Impfstoffe und der Abgabe von Impfempfehlungen gebe ich Ihnen recht. [Anmerkung für die anderen LeserInnen: Informationen dazu, liefern die ersten drei Links von dradio.de]

      Zu den Links von impfkritik.de möchte ich jedoch einige Anmerkungen machen, damit Sie und die anderen LeserInnen die Quellen besser einordnen können.

      Die einzige wissenschaftliche Studie, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus sah (und sieht), wurde inzwischen (2010) von dem Fachmagazin zurückgezogen, in dem sie veröffentlicht wurde. Als Grund dafür führt das Magazin nachweislich falsche Daten an. Auf genau diese Arbeit bezieht sich aber der Autor des von Ihnen verlinkten Artikels [siehe oben Link Nummer 4]. Schon vor der Rücknahme der Studie, distanzierten sich 10 der 13 Mitautoren von ihrer Studie (2004). Der Hauptautor der Studie war Andrew Wakefield (Wakefield, AJ, Murch SH, Anthony A, Linnell J, Casson DM, Malik M, Berelowitz M, Dhillon AP, Thomson MA, Harvey P, Valentine A, Davies SE & Walker-Smith JA, 1998: Ileal-lymphoid-nodular hyperplasia, non-specific colitis, and pervasive developmental disorder in children. In: The Lancet, Ausgabe 351(9103), Seiten 637-41).

      Das wissenschaftliche Fachmagazin British Medical Journal (BMJ) bezeichnete die Arbeit als „einen wohl durchdachten Schwindel“. Auch finanzielle Absichten als Motivation zur Fälschung von Daten werden Wakefield vorgeworfen.

      Der Vollständigkeit halber, folgen an dieser Stelle Links zu Statements von Andrew Wakefield (und anderen), dem Hauptautor der zurückgezogenen Studie:
      A statement by Dr Andrew Wakefield
      MMR—responding to retraction
      Weitere Kommentare, Reaktionen, Antworten usw. können Sie hier einsehen.

      Außerdem: Der Betreiber von impfkritik.de heißt laut Impressum Hans U. P. Tolzin. Diese und diese Quelle werfen kein gutes Licht auf ihn – um es vorsichtig auszudrücken.

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