Hitzeextreme steigern Kriegsgefahr

Überdurchschnittlich heiße Jahre erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Konflikten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in dem wissenschaftlichen Fachblatt PNAS. Demnach steige die Wahrscheinlichkeit einer Auseinandersetzung um nahezu 30 Prozent – verglichen mit normalen, regionaltypischen Temperaturverhältnissen.

Mehr als 16000 Konflikte der Jahre 1990 bis 2009 aus neun Ländern im Osten Afrikas analysierten die Wissenschaftler und glichen sie mit Klimadaten ab.

Begründet sei das Ergebnis zum einen in temperaturbedingt steigender Wasserknappheit. Dann würden die Menschen dicht gehäuft an den verbleibenden Wasserquellen zusammen leben, was das Konfliktpotenzial verschärfe. Zum anderen könnten Dürren die Ernten vernichten. Damit erhöhe sich die Gefahr von gegenseitigen Plünderungen.

Im Zuge des Klimawandels nehmen Wetterextreme in ihrer Häufigkeit  zu – also auch die Hitzewellen.

 

  • O’Loughlin, John, Frank D. W. Witmer, Andrew M. Linke, Arlene Laing, Andrew Gettelman & Jimy Dudhia, 2012: Climate variability and conflict risk in East Africa, 1990–2009. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS). DOI: 10.1073/pnas.1205130109

  • Foto: Petra Bork / pixelio.de

3 Kommentare

Eingeordnet unter Klima, Wissen(schaft)

3 Antworten zu “Hitzeextreme steigern Kriegsgefahr

  1. Ergänzend dazu, eine Studie der Bundeswehr, zu der DRadio Wissen zusammenfassend Folgendes schreibt:

    Darin werden Szenarien bis in das Jahr 2040 durchgespielt, die sich mit den Folgen des Klimawandels für den Frieden besonders in Nordafrika und im Nahen Osten beschäftigen. Denn nach Meinung der Sicherheitsexperten gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Wetterextremen und Ländern im Umbruch. Der Klimawandel werde in diesen Regionen für massive Instabilität sorgen, sollte sich der „Arabische Frühling“, mit seinen angestoßenen demokratischen Reformen, nicht als dauerhaft erweisen. Zugleich heben die Autoren hervor, dass häufige Wetterextreme genau diesen Weg der Demokratisierung behindern könnten.

    Studie:
    Planungsamt der Bundeswehr, Dezernat Zukunftsanalyse (Hrsg.), 2012: Klimafolgen im Kontext – Implikationen für Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten und Nordafrika. Zweite Teilstudie in: Streitkräfte, Fähigkeiten und Technologien im 21. Jahrhundert (SFT 21) – Umweltdimensionen von Sicherheit

  2. Jens Peglau

    In der Hitzezeit kurz vor dem Monsun gibt es in Indien die meisten Amokläufe und Gewalttaten. Auch der Alkoholkonsum steigt.

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