Gefährden Kiffer kalifornische Fischermarder?

Rattengift kann auch Hunde und Katzen schädigen. Ebenso ist es bei Fischermardern, wie eine Forschergruppe in dem wissenschaftlichen Fachmagazin PLoS ONE schreibt. Laut ihrer Studie kann das seltene, waldbewohnende Raubtier davon krank werden und sterben. Illegale Marihuana-Farmen in Kalifornien gelten als eine wahrscheinliche Quelle des Giftes. Einige Cannabis-Bauern würden die sogenannten Rodentizide verwenden, um eine große Bandbreite von Nagern zu bekämpfen. Andere Arten wie Rotfuchs, Marder oder Fleckenkautz könnten ebenfalls betroffen sein.

Die Wissenschaftler fanden Nagetiergift in toten Fischermardern im und um den Yosemite-Nationalpark sowie in der Nähe des Redwood-Nationalparks. 58 Kadaver analysierten sie. 79 Prozent der Tiere wären Rodentiziden ausgesetzt gewesen. In 96 Prozent der Fälle davon war es jeweils mindestens eines der noch giftigeren zweiten Generation. Wahrscheinlich nehmen sie es beim Fressen von belasteter Beute auf. Eine weitere Möglichkeit sei die direkte Aufnahme des Giftes. Der von den Herstellern hinzugefügte Speck-, Käse- oder Erdnussbutter-Geschmack könne sie dazu verleiten.

Rodentizide behindern die Vitamin-K-Verwertung. Das Vitamin ist jedoch bedeutend bei der Herstellung von Gerinnungsfaktoren im Körper. Daher hemmt das Nagetiergift die Blutgerinnung, was schließlich zu unkontrollierbaren inneren Blutungen führen kann.

Überraschend an den Funden der Forscher sei, dass normalerweise Tiere in Stadtnähe oder landwirtschaftlichen Gebieten betroffen seien. Kalifornische Fischermarder hingegen leben in abgelegenen Gegenden wie den US-amerikanischen Nationalparken. Zur Kontrolle waren viele von ihnen ihr Leben lang mit Ortungssender ausgestattet. Auf diese Weise stellten die Wissenschaftler fest, dass der Lebensraum der Tiere sich mit illegalen Cannabis-Plantagen überschnitt. In der Nähe von Städten und landwirtschaftlichen Äckern tauchten sie nie auf.

Zudem fielen die Todesfälle genau mit dem günstigsten Zeitpunkt für die Ausbringung des „Rattengiftes“ zusammen, um die jungen Marihuana-Pflanzen zu schützen. Zu jener Zeit gebären die Fischermarder ihre Jungen und ziehen sie groß.

In Kalifornien, Oregon und Washington stehen Fischermarder auf der Liste der bedrohten Arten. Da sich die Raubtiere ihren Lebensraum und die Beute mit anderen Spezies teilen, seien wahrscheinlich auch jene Arten gefährdet. Deshalb bringe der Schutz der Fischermarder zugleich den Schutz anderer Arten mit sich.

 

  • Gabriel, Mourad W., Leslie W. Woods, Robert Poppenga, Rick A. Sweitzer, Craig Thompson, Sean M. Matthews, J. Mark Higley, Stefan M. Keller, Kathryn Purcell, Reginald H. Barrett, Greta M. Wengert, Benjamin N. Sacks & Deana L. Clifford, 2012: Anticoagulant Rodenticides on our Public and Community Lands: Spatial Distribution of Exposure and Poisoning of a Rare Forest Carnivore. In: PLoS ONE, Ausgabe 7(7). DOI: 10.1371/journal.pone.0040163

  • Foto: oswaldo / flickr

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