Erdbeben durch CO2-Speicherung

Verwerfungen mit V-förmigen Bruchlinien

Das unterirdische Speichern großer Mengen Kohlendioxid birgt Gefahren. Es könne wahrscheinlich zu kleineren Erdbeben führen, wie zwei Forscher in einem Artikel des wissenschaftlichen Fachmagazins PNAS schreiben. In der Folge müsse mit dem Austreten des Treibhausgases gerechnet werden.

Vor allem die Kohlendioxid-Speicherung in der Nähe von geologischen Bruchflächen, könne kleine Erdbeben auslösen. Der Grund dafür liege in der Erhöhung des Porendrucks, welcher die ohnehin vorhandenen Spannungen der Erdkruste verstärke. Laut den beiden Wissenschaftlern kann das ausreichen, um undichte Stellen im CO2-Speicher entstehen zu lassen. Verringern ließe sich das Risiko, indem derartige, sogenannte Verwerfungen zuvor ausfindig gemacht würden. Dabei seien großflächige Gesteinsverschiebungen verhältnismäßig leicht zu erkennen. Problematisch werde es jedoch bei kleineren Brüchen. Zu kleineren Erschütterungen sei es bei der Entsorgung von Abwässern Untertage in den USA schon gekommen.

Mithilfe der CCS-Technik, der Kurzform für Carbon Capture and Storage, soll Kohlendioxid abgeschieden und unterirdisch gespeichert werden. Befürworter jener Idee versprechen sich davon, den CO2-Ausstoß aus der Verbrennung fossiler Energieträger zu verringern und so dem Klimawandel entgegen zu wirken. Dazu sei es allerdings nötig, jährlich weltweit etwa 3,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Untergrund zu entsorgen. Ferner dürfe nach der Analyse der Forscher weniger als ein Prozent des Gases innerhalb von 1000 Jahren entweichen. Andernfalls wäre ein Umbau hin zu erneuerbaren Energien effektiver. Unter dem Strich sei der großräumige Einsatz der CCS-Technik äußerst teuer und riskant. In Einzelfällen könne CCS dennoch sinnvoll sein. Als globale Strategie zur deutlichen Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes sei die Technik wahrscheinlich nicht geeignet.

 

  • Zoback, Mark D. & Steven M. Gorelick, 2012: Earthquake triggering and large-scale geologic storage of carbon dioxide. In: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). DOI: 10.1073/pnas.1202473109

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Eine Antwort zu “Erdbeben durch CO2-Speicherung

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