Dünger und Bioenergie: weniger statt mehr

Energiepflanzen wie Raps oder Mais können dazu beitragen, fossile Energieträger zu ersetzen. Düngt man sie mit einem Mehr an Stickstoff, ließe sich durch die höheren Erträge Anbaufläche einsparen. Dies schadet jedoch dem Klimaschutz, wie ein deutsch-dänisches Forscherteam nun heraus fand. Ihre Studie wurde in dem wissenschaftlichen Fachmagazin Mitigation and Adaptation Strategies for Global Change veröffentlicht. Ein möglichst ertragreicher Anbau von Energiepflanzen sei aber wichtig, da die Bioenergie mit der Produktion von Lebens- und Futtermitteln hinsichtlich verfügbarer Flächen konkurriere. Nach den Untersuchungen der Wissenschaftler ist eine Intensivierung der Stickstoffdüngung bei dem Energiepflanzenanbau in Deutschland und Dänemark nur selten sinnvoll. Daher seien politische Maßnahmen zur Verminderung des Düngereinsatzes effizienter als die Ausweitung der Bioenergie. In Dänemark würden sie bereits umgesetzt.

Für ihre Studie entwickelten die Forscher eine neue Methode. Mit ihrer Hilfe ließe sich der Treibhausgasausstoß der Stickstoffdüngung ermitteln und bewerten. Dabei würde die Bindung von Kohlenstoff im Boden ebenso einbezogen, wie die bei der Düngerproduktion und die aufgrund der Düngung entstehenden klimarelevanten Emissionen. Jenen Treibhausgasausstoß setzten die Wissenschaftler rechnerisch in Beziehung zu der eingesparten Fläche, welche ob des erhöhten Düngemitteleinsatzes und der daraus folgenden Ertragssteigerung frei werde. Dadurch können sie die Minderung von Treibhausgasen durch den Energiepflanzenanbau bewerten.

 

  • Meyer-Aurich, Andreas, Jørgen E. Olesen, Annette Prochnow & Reiner Brunsch, 2012: Greenhouse gas mitigation with scarce land: The potential contribution of increased nitrogen input. In: Mitigation and Adaptation Strategies for Global Change. DOI: 10.1007/s11027-012-9399-x

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Energie, Klima, Wissen(schaft)

Eine Antwort zu “Dünger und Bioenergie: weniger statt mehr

  1. Energiegewinnung aus Lebensmitteln hat nicht nur Lebensmittelknappheit zur Folge, es werden zudem riesige Regenwaldgebiete gerodet, die Ackerflächen erodieren durch den einseitigen Anbau, die erforderlichen Ackerflächen treten in direkte Konkurrenz zur Lebensmittelversorgung insbesondere in sogenannten TriKontländern. Dazu auch Körnermais für die Stromgewinnung zu verarbeiten, ist ebenso unethisch, wie das Verheizen von Weizen. In weiten Teilen der Welt herrscht Mangel an Nahrungsmitteln – und wir verheizen und vergären Nahrungsmittel, nur um unseren Luxus, unser Auto und unseren Kühlschrank betreiben zu können.

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