Stadttauben: Frieden mit dem Friedensvogel

Von allen Vögeln sind sie vermutlich die umstrittensten: Tauben. Die Tiermedizinerin Almut Malone sprach darüber in Deutschlandradio Kultur. Ihr zufolge übertragen Straßentauben nicht mehr Krankheitserreger als andere Tiere. Um dem Problem der massenhaften Vermehrung zu begegnen, plädiert sie für betreute Taubenschläge, in denen die Eier der Tiere durch Gipsattrappen ersetzt werden. Nur das könne die Reproduktion nachhaltig kontrollieren. Alle anderen Versuche, beispielsweise über Abschüsse, Vergiftungen oder mittels Falken die Situation zu verbessern, scheiterten in den letzten Jahrzehnten. Für Malone ist die Sache logisch: Wenn mehr der Tiere sterben, vermehren sie sich umso stärker. Tauben brüten sieben Mal im Jahr. Das habe ihnen der Mensch angezüchtet, um ganzjährig Fleisch, Eier, Federn und den Kot, als Dünger, von ihnen zu erhalten, erklärt die Tiermedizinerin.

Ein wenig anders betrachtet der Biologe Professor Daniel Haag-Wackernagel von der Universität Basel die Thematik. In einem Artikel der Fachzeitschrift Biologie in unserer Zeit schreibt er, dass eine Lösung des Problems nur erreicht werden könne, wenn man das Nahrungsangebot der Straßentauben senke. Infolge eines verminderten Nahrungsangebots, erhöhe sich die Zeit für die Futtersuche. Während die Vögel damit beschäftigt seien, können sie nicht brüten, erläutert der Biologe. Mittelfristig würden sie sich dem reduzierten Angebot an verfügbarer Nahrung anpassen. Als Ursache für die hohe Taubenpopulation sieht er vor allem die Fütterung durch den Menschen.

Eine geringere Anzahl Tauben bringt nach Haag-Wackernagel zwei positive Aspekte mit sich: Zum einen bedeute es weniger Taubenkot in den Städten und somit Schäden an Denkmälern und Gebäuden aufgrund der darin enthaltenen Proteine und organischen Säuren. Zum anderen verbessere sich die Lebensqualität der Vögel durch einen verminderten Konkurrenzdruck unter den Artgenossen.

Im Gegensatz zu Malone hält Haag-Wackernagel eine nachhaltige Reduktion der Taubenpopulation, alleine durch menschliches Eingreifen in die Geburtenhäufigkeit der Vögel, für nicht möglich. Einig sind sich die beiden hingegen dabei, dass das massenhafte Abschießen oder Vergiften nichts bringe. Haag-Wackernagel fügt an, dass die Tötung nur die Bestände verjünge, indem Jungvögel nachrücken. Auch die sogenannte „Taubenpille“, eine empfängnisverhütende Maßnahmen, können die Tiere kompensieren.

Weiterhin decken sich die Aussagen der beiden Wissenschaftler hinsichtlich der sehr geringen Gefahr einer Krankheitsübertragung auf den Menschen. Schließlich herrscht Einigkeit über die enorme Fruchtbarkeit sowie die Domestikation der Tauben ob ihres Fleisches und des nährstoffreichen Kots.

Ergebnisse können beide Wissenschaftler mit ihren Strategien vorweisen: So erreichten Haag-Wackernagel und sein Team mit ihrem Projekt eine Halbierung der Taubenbestände im schweizerischen Basel. Dazu betrieben sie intensive Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung, was das Nahrungsangebot minderte. Ergänzend errichteten sie betreute Taubenschläge ein. In den ersten Jahren des Projektes wurde zudem ein kleiner Teil der Population abgefangen und getötet. Heute sei dies nicht mehr nötig. Nach Angaben von Haag-Wackernagel  haben mittlerweile andere Städte im In- und Ausland das Konzept übernommen.

Demgegenüber verzeichnete die Stadt Erlangen einen „deutlichen“ Rückgang der Taubenpopulation aufgrund der Einrichtung betreuter Schläge und dem Austausch der Eier durch Attrappen. Andere Städte sind dem Beispiel gefolgt. Entsprechend empfiehlt der Landesbeirat für Tierschutz beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg ebenfalls ein derartiges Vorgehen.  

Wenngleich sich die Herangehensweisen beider Wissenschaftler im Detail unterscheiden – die Ergebnisse beider Methoden scheinen für sich zu sprechen.

 

  • Deutschlandradio Kultur (Hrsg.), 2012: „Bei Tauben ist das eine sehr, sehr abstrakte Gefahr“. Tiermedizinerin Almut Malone im Gespräch mit Joachim Scholl, 07.05.2012

  • Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) (Hrsg.), 1998: Schädlingseigenschaft von verwilderten Haustauben. Stellungnahme des BgVV vom 26. Februar 1998

  • Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) (Hrsg.), 2001: Taubentötungen. Stellungnahme des BgVV vom 20. Juli 2001

  • Stadt Erlangen (Hrsg.), 2009: Errichtung von Taubenstationen und weiteres Vorgehen zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation – Antrag GL 078/2007 v. 13.3.2007 „Taubenstation im Palais Stutterheim“ – Antrag GL 152/2006 v. 19.9.2006 „Entzug der Erlaubnis zum Abschuss von Tauben im Stadtgebiet“. Beschluss

  • Vater, Günther, 1999: Bestandsverminderung bei verwilderten Haustauben Teil 1. Bilanz mitteleuropäischer Stadtverwaltungen. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, Ausgabe 42(12), Seiten 911-921. DOI: 10.1007/s001030050221

  • Vater, Günther, 2000: Bestandsverminderung bei verwilderten Haustauben Teil 2. Bilanz mitteleuropäischer Stadtverwaltungen. Situationsanalyse als Basis für neue Lösungsansätze. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, Ausgabe 43(1), Seiten 41-46. DOI: 10.1007/PL00013239

  • Falknerei.de – Das Internetportal der deutschen Falknerei, 2012: Häufig gestellte Fragen. Taubenbekämpfung mittels Greifvögeln. Verlag Peter N. Klüh: Darmstadt

  • Haag-Wackernagel, Daniel: 2011: Die Taube – eine Erfolgsgeschichte. Vom Liebling der Götter zur Eroberung der Städte. In: Biologie in unserer Zeit, Ausgabe 41(1), Seiten 44-52. DOI: 10.1002/biuz.201110441

  • Haag-Wackernagel, Daniel: Basler Taubenaktion. Pigeon Action of Basel. Anatomisches Institut der Universität Basel, Forschungsgruppe Integrative Biologie (Hrsg.)

  • Haag-Wackernagel, D. & H. Moch, 2004: Health hazards posed by feral pigeons. In: The Journal of Infection, Ausgabe 48(4), Seiten 307-313. DOI: 10.1016/j.jinf.2003.11.001

  • Erlanger Nachrichten, 2009: Auch heute wieder: Überraschungseier im Taubenschlag. Vom 01.04.09. Verlag Nürnberger Presse (Hrsg.): Nürnberg

  • Augsburger Allgemeine Zeitung, 2011: München lernt von Augsburg. Taubenschläge sollen Dreck vermindern. Von Jörg Heinzle, 25. Oktober 2011

  • Landesbeirat für Tierschutz beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (Hrsg.), 2005: Empfehlungen des Landestierschutzbeirats Baden-Württemberg beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum zur Regulierung der Taubenpopulation in Städten. Vom 11. Juli 2005

39 Kommentare

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39 Antworten zu “Stadttauben: Frieden mit dem Friedensvogel

  1. Dieser Beitrag wird in nächster Zeit durch weitere Quellenangaben ergänzt.

  2. !HINWEIS: Dieser Kommentar wurde von Cyberling (Wissenschaft und Schreie) im Auftrag von Frau Dr. Malone eingestellt. Der Text stammt aus den Antworten von Fr. Dr. Malone, die sie auf schriftliche Anfragen gegenüber Wissenschaft und Schreie per E-Mail geäußert hat. Die Anmerkungen in den eckigen Klammern sind von Cyberling.
    ——–

    Man muss Haag-Wackernagel vor dem unterschiedlichen Schweizer Recht vestehen: er hat propagiert, die Tauben komplett auszuhungern; die verhungernden Tiere wurden in Massen eingefangen und getötet. Natürlich kann man jede beliebige Population dezimieren, indem man ihr die gesamte Nahrungsgrundlage entzieht. Was in Basel wiederum nur bewiesen hat, daß Stadttauben eben nicht (mehr) auf’s Feld abwandern (können), anstatt zu verhungern. In der Schweiz ist es möglich, Tauben mit Fallen zu fangen und (weiterhin) abzuschießen, weil sie dort dem Jagdrecht unterliegen. Das ist in Deutschland nicht der Fall. Hier beruhten die Abschüsse auf Ausnahmegenehmigungen.

    Haag-Wackernagel hat einfach die schnelle Methode des Futterentzugs gewählt, mit der Tötungen unumgänglich sind, um die Akzeptanz nicht durch verhungernde Tiere zu torpedieren. Daraus resultiert aus meiner Sicht seine These, daß die Nahrungsgrundlage entscheidend für die Vermehrung ist. Das ist woanders aber so wenig durchführbar, wie die Strassen ständig klinisch sauber zu halten, und hindert Tauben auch nicht am Brüten, obwohl der Nachwuchs verhungern würde. In Deutschland haben sich die Schläge ohne Fütterung aus gutem Grund nicht durchgesetzt.

    Im übrigen behaupte ich, daß den Leuten die Gesamtpopulation an Tauben, die herumfliegt, egal ist. Der NABU [Naturschutzbund] bzw. die BOA [Berliner Ornithologische Arbeitsgemeinschaft] hat in den letzten Jahren mehr als eine Halbierung der Stadttauben in Berlin gezählt, aber davon hat keiner etwas gemerkt – „wir“ (Taubenaufnehmer) auch nicht – warum ? Weil sich durch die Gesamtabnahme die Probleme an den Orten, wo Tauben verelenden und stören, in keiner Weise verbessert haben. Das kriegen wir nur hin, wenn großflächig verdreckte Brutstätten endlich geschlossen werden. Beispiele [aus Berlin]: Flächen der Brückenpfeiler unter der S-Wedding; gesamte U1-Hochbahnbrücke, in die jetzt ein Taubenschlag kommt). Nur durch die jetzt vergitterten Pfeiler an der Ringbahnbrücke Wedding ist die dortige Taubenzahl von über 200 auf unter 50 gesunken, bei unveränderter Fütterung vor einem Freßnapf (unwissenschaftlich; meine wochentägliche Beobachtung bis Ende 2011), und kranke Tauben bekomme ich seither von dort gar nicht mehr.

    [Quelle:]
    Naturschutzbund Berlin (NABU) (Hrsg.), 2010: Situation der Straßentaube in Berlin. Sind sie eine Gefahr oder gefährdet? Vom 5. November 2010

  3. UPDATE (12.05.2012): Beim Einstellen dieses Kommentars ist Wissenschaft und Schreie ein Fehler unterlaufen. Aus diesem Grund wurde nicht der vollständige Kommentar angezeigt. Ich bitte vielmals um Entschuldigung! Hagen Cyberling.

    !HINWEIS: Dieser Kommentar wurde von Cyberling (Wissenschaft und Schreie) auf Grundlage schriftlicher Anfragen an Herrn Prof. Dr. Daniel Haag-Wackernagel eingestellt. Der Text stellt Auszüge aus den Antworten von Herrn Prof. Haag-Wackernagel auf die Fragen von Wissenschaft und Schreie dar. Die Anmerkungen in den eckigen Klammern sind von Cyberling.
    ——–

    Die Aussagen von Frau Malone scheinen persönliche Meinungen und Vorstellungen zu sein, welche nicht wissenschaftlich belegt sind. Zumindest sind mir keine Publikationen von Frau Malone bekannt, welche sie als Expertin für diese Fragen ausweisen würden. In der Anlage sende ich Ihnen zwei Arbeiten die belegen, dass die Strassentaube sehr wohl eine Gefährdung für den Menschen darstellen [Da das Urheberrecht bei den Verlagen liegt, können an dieser Stelle keine Dokumente veröffentlicht werden. Stattdessen folgt eine Quellenangabe: Haag-Wackernagel 2006; Haag-Wackernagel 2008]. Das besondere an unseren Tauben ist, das sie im Gegensatz zu anderen Arten sehr nah am Menschen leben und brüten, so dass sich viele Übertragungsmöglichkeiten ergeben.
    Das Risiko, sich von Tauben eine Erkrankung zu holen, ist gering, aber möglich, wie die vielen Fälle von belegten Übertragungen zeigen. Weit dramatischer ist das Problem von Taubenparasiten, welche in Wohnungen auswandern und dort den Menschen befallen können. Besonders gefährlich sind Taubenzecken, häufig und vor allem lästig die Rote Vogelmilbe. Wir untersuchen zurzeit die Gefährdung, welche von brütenden Tauben ausgeht und finden selten ein Nest, indem keine Parasiten nachweisbar sind, die auch den Menschen befallen können.

    Mit dem Wegnehmen von Eiern oder anderen Massnahmen, welche die Nachwuchsrate reduzieren sollen, lassen sich Taubenbestände nicht reduzieren. In der Anlage finden Sie eine neue Arbeit die zeigt, das mindestens 90–95% aller Tauben einer Stadt in Schlägen gehalten werden müssten, damit sich ein vorübergehender Effekt einstellt, was schon aus logistischen Gründen und wegen der enormen Kosten schlicht unmöglich ist [Auch hier liegt das Urheberrecht beim Verlag. Deshalb folgt eine Quellenangabe: Haag-Wackernagel 2012]. Daneben lassen sich die erwachsenen Tauben nicht in Schlägen ansiedeln, da sie sich ja bekanntermassen auf ihre Brutplätze prägen. Es wird also immer Paare geben die wild brüten und mit ihrer enormen Fortpflanzungsfähigkeit alle Verluste innerhalb kürzester Zeit kompensieren können. Alle Erfolgsmeldungen von Städten, die die Methode des Wegnehmens von Eiern in betreuten Schlägen praktizieren, beruhen auf unbelegten Behauptungen derer, welche diese Projekte durchführen. In einigen Städten wie z.B. in Tübingen hat man in der Zwischenzeit realisiert, dass die Bestände durch diese Methode zu- statt abnehmen, weil zusätzlich in den Schlägen gefüttert wird, was die Populationen schlussendlich erhöht. Die einzige bisher funktionierende Methode, die zudem sehr kostengünstig ist, besteht in der Reduktion der ökologischen Kapazität des städtischen Ökosystems, das heisst, in der Reduktion der Nahrungsgrundlage, wie die Erfolge in Lausanne, Luzern und Basel zeigen.

    In einer neueren Publikation einer französischen Forschungsgruppe konnte gezeigt werden, dass das Wegnehmen der Eier den Täubinnen schadet, da sie dadurch immer wieder nachlegen, sich so erschöpfen und im Endeffekt anfälliger für Krankheiten und Parasiten werden [Jacquin et al. 2010]. Aus tierschützerischen Gründen sollte deshalb auf die betreuten Schläge mit Wegnehmen der Eier verzichtet werden, umso mehr, als diese Methode schon aus populationsdynamischen Gründen nicht funktionieren kann. Im Weiteren ist es für ein Tier immer eine massive Einschränkung, wenn es seine Biologie, zu der auch die Aufzucht von Jungen gehört, nicht ausleben kann. Dies gilt für unsere Haustiere wie auch die betreuten Strassentauben, denen ein Leben in Freiheit wohl immer lieber sein dürfte und die Schläge wohl nur deshalb besuchen, weil sie dort gefüttert werden. In den Schlägen der Basler Taubenaktion mit über 500 Tauben in unseren Schläge wird prinizipiell nicht gefüttert. Die Strassentauben bleiben trotzdem in den Schlägen.

    Ich wundere mich immer wieder darüber, wie wenig die selbsternannten Strassentaubenexpertinnen und -experten von den Forschungsresultaten wissen, welche in der Zwischenzeit etwa 3000 Publikationen umfassen. Ich bin zurzeit daran, mein zweites Buch über eben diese Themen zu schreiben.

    [Quellen:]
    Haag-Wackernagel, Daniel, 2006: Gesundheitsgefährdungen durch die Straßentaube Columba livia. Krankheiten. In: Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle, Ausgabe 13(4). Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT); Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) (Hrsg.)

    Haag-Wackernagel, Daniel, 2008: Gesundheitsgefährdungen durch die Straßentaube Columba livia: Parasiten. In: Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle, Ausgabe 15(3). Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT); Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) (Hrsg.)

    Haag-Wackernagel, Daniel, 2012: Das Taubenproblem und Wege zu seiner Lösung. In: DVG Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft, Fachgruppe Tierschutzrecht. 17. Internationale Fachtagung „Aktuelle Erkenntnisse zum Tierschutz“, Nürtingen 12./13. März 2012, Seiten 278-291

    Jacquin, Lisa, Bernard Cazelles, Anne-Caroline Prevot-Julliard, Gerard Leboucher & Julien Gasparini, 2010: Reproduction management affects breeding ecology and reproduction costs in feral urban Pigeons (Columba livia). In: Canadian Journal Of Zoology, Augabe 88, Seiten 781-787. doi: 10.1139/Z10-044

  4. Das Risiko, sich bei einem Wirbeltier anzustecken, gilt für jede Tierart und ist bei Tauben nachweislich niedriger als bei Sittichen (Psittaciden) und Nutztieren oder deren Produkten. Das geht aus den Zoonoseberichten des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) hervor. Eine besonders hohe Dunkelziffer ist gerade bei Tauben nicht anzunehmen, denn viele lauern geradezu darauf, hier einen Zusammenhang mit Erkrankungen beim Menschen nachweisen zu können, und sei es aus Gründen der Mietminderung oder des Nachbarschaftsstreits.
    Zecken wie auch andere Parasiten bleiben vorrangig am Wirt. Sie können nur dort zum Problem werden, wo man die Tauben vertrieben, aber die zurückbleibenden Parasiten nicht beseitigt hat. Die Rote Vogelmilbe findet man häufig in Singvogelkästen, deren Reinigung zumeist ohne diesen Hinweis empfohlen wird.
    Da wir mit etlichen Taubenabwehrfirmen zusammenarbeiten, bekommen wir viele Taubenküken aus Nesträumungen und haben in mehr als zehn Jahren weder Taubenzecken noch Rote Vogelmilbe vorgefunden. Das mag ja regional unterschiedlich sein, jedoch gibt es schon gar keinen Grund, unbetreute Taubenbruten verwilderter Tauben innerhalb von Wohngebäuden überhaupt zu dulden. Wir regen daher an, solche Brutstätten sauber zu halten oder nach dem Ausfliegen der Jungtiere zu schließen und gründlich zu säubern. Bei Balkonbruten egal welcher Vogelart empfehlen wir, einen Milbenbefall durch doppelseitige Klebestreifen vor der Zimmertür zu prüfen. Etwaige „Krabbeltiere“ bringt man unter Tesafilm geklebt zur Untersuchung.

    In betreuten Taubenschlägen werden Eier nicht WEGgenommen, sondern durch Kunsteier ersetzt. Die Tauben bleiben dadurch sogar länger auf den Eiern sitzen, weil nichts schlüpft, bis zu 30 Tagen, und erschöpfen sich deshalb auch nicht durch Nachlegen. Quelle: Haltung von Ammenpaaren im eigenen Schlag seit zehn Jahren. Die älteste Eier legende Taube ist eine 17 Jahre alte Brieftaube, deren Alter auf dem geschlossenen Ring ablesbar ist.

    Natürlich bleiben Tauben auch ohne Fütterung in den Schlägen, aber man will sie nicht futtersuchend zwischen Marktständen oder vor Imbißbuden und auch nicht, daß sie sich draußen von irgendwelchen Brotkrumen vor Bäckereien ernähren, wie ich in Basel im Januar beobachten konnte,

    Wie die „Freiheit“ dieser Tiere in verdreckten Brutplätzen aussieht, habe ich in diversen Vorträgen dokumentiert und mit Fotos hinterlegt. Wir werden weiter gegen massive wilde Bruten vorgehen, die ausschließlich durch unbeabsichtigte, aber geeignete Nistplatzangebote („Ikea für Tauben“) bedingt sind und uns die meisten Jungtauben in erbärmlichen Zustand bescheren. Diese Situation zieht den ganzen Kreislauf nach sich, der die Wahrnehmung prägt: schmutzige Tauben ohne Bademöglicheit, mitleidige Fütterer, Zusammenziehung von Freßschwärmen mit einhergehender Verkotung, Aufrüstung mit ineffektiven Abwehrmaßnahmen, etc.
    Weder das Füttern noch dessen Unterlassung durchbrechen diesen Teufelskreis, wenn man nicht an die Ursache herangeht.

    In dem Kommentar schrieb Herr Haag-Wackernagel:
    „In einigen Städten wie z.B. in Tübingen hat man in der Zwischenzeit realisiert, dass die Bestände durch diese Methode zu- statt abnehmen, weil zusätzlich in den Schlägen gefüttert wird, was die Populationen schlussendlich erhöht.“

    Im Bericht einer Ausschußsitzung der Stadt Tübingen zu diesem Thema am 14.11.2011 steht jedoch das Gegenteil:
    http://www.tuebingen.de/ratsdokumente/2011_522a.pdf
    Heute habe ich mit dem zuständigen Ordnungsamtsmitarbeiter der Stadt Tübingen telefoniert. Weder wurde ein Anstieg der Taubenzahl bestätigt, noch ist geplant, die Fütterung in den Schlägen einzustellen. Es wurde lediglich konstatiert, daß die bisherige Futtermenge zu hoch war.

    Keine der aufgeführten Forschungsresultate sind mir übrigens unbekannt, nur ziehe ich andere Schlüsse daraus.

  5. Zur Reduzierung und Vergrämung von Tauben mittels Greifvögeln:
    Der Geschäftsführer des Deutschen Falkenordens (DFO), Herr Kuno Seitz, bezieht folgendermaßen Stellung. Jedoch ausdrücklich NICHT im Namen des Verbandes! Stattdessen handelt es sich um seine persönliche Meinung:

    „Die nachhaltige Reduktion der Tauben durch den Einsatz von Beizvögeln halte ich nicht für durchführbar.
    Eine dauerhafte Vergrämung ist ebenfalls nur unter der Voraussetzung möglich, dass der Falkner mehr oder weniger ständig vor Ort ist, was allerdings hohe Kosten verursacht. Kurzfristig können die Tauben natürlich vertrieben werden, was z.B. den Einsatz von Falken auf Flughäfen sinnvoll macht.
    Mir sind am Rande einzelne Erfolgsmeldungen nachhaltiger Vergrämung bekannt geworden, deren Seriosität ich nicht nachgeprüft habe und auch nicht nachprüfen konnte.
    Leider ist in der vergangenen Zeit durch irreführende Pressemeldungen zum Töten von Tauben der Eindruck entstanden, dass der Einsatz von Falknern eine wirksame Methode darstelle. Der Falkner Geiß hat ein Gerichtsurteil erstritten, dass er Tauben töten darf. Die Tauben werden aber in Fallen gefangen, der Bezug zur Falknerei hat mit Beizjagd nichts zu tun, sondern ergibt sich lediglich daraus, dass er die Tauben einem vernünftigen Zweck zuführt, nämlich seinen Greifvögeln verfüttert.
    Ich betone noch einmal, dass es sich hier nicht um eine offizielle Stellungnahme des DFO handelt. Ich denke aber, dass ich hier die Meinung des überwiegenden Teils der Personen wiedergebe, die sich beruflich mit der Taubenbekämpfung befassen“.

  6. Liebe Leserinnen und Leser,

    es dürfen sich auch gerne Laien zum Thema äußern. Also, nur Mut! Das gilt im Übrigen für alle Themen des Blogs.

    Wie stehen Sie zu Stadttauben? Hassen Sie sie? Füttern Sie manchmal Tauben? Oder lieben Sie die Vögel gar?

    Allen ein schönes, freies Wochenende (sofern Sie nicht zu den Menschen gehören, die dann arbeiten müssen)!

  7. Mein herzlichster Dank an alle, die sich dem Thema wirklich sachlich und lösungsorientiert widmen! Bei Haag-Wackerngel entdecke ich viele Widersprüche. So liest man von ihm einmal die Aussage (1984), dass hungernde Tauben verstärkt nachbrüten, zum anderen propagiert er wieder die Nichtfütterung…

    Festzustellen bleibt, dass das Augsburger Modell effektiv ist – und bei weitem tierfreundlicher als das Baseler Modell Wackernagels.

    Postiv ist auch, dass Tierärztin Malone die Realität bezüglich der Fütterungsverbote aufzeigt. Diese bewirken – auch nach unseren Erfahrungen in Hamburg – nur, dass Tauben sich gerade dort vermehrt aufhalten, wo Krümel für sie abfallen, in der Außengastronomie beispielsweise oder vor Bäckereien.

    Leider gibt es in Bezug auf die Schläge mit dem Ei-Austausch noch viele, durch Unwissen begründete, Vorbehalte. So ist vielen nicht klar, dass auch der Kot im Schlag bleibt, wenn in diesem gefüttert wird.

    Es bleibt zu hoffen, dass diese Konzepte sich auch hier in Hamburg endlich durchsetzen, denn Fütterungsverbote sind Tierquälerei – nichts weiter. Ständig muss man verhungernde Taubenbabies aufpäppeln! Auch den oft ausländischen Arbeitern der Bahnhofsreinigung tun die Tiere leid, denen sie den Hals umdrehen und sie in die Müllsäcke stecken. „Wie viele?“ frage ich, „Viele, viele!“ entgegnet der Mann…

    Es ist Zeit für Taubenschläge – und für ein bisschen mehr Gelassenheit gegenüber den harmlosen Tieren! Wie viele wurden mir schon unter die jacke gesteckt, wie viele sammelte ich entkräftet auf – und nie, nie wurden wir irgendwie krank, nie gab es auf Menschen übergängige Parasiten! Ähnliches bestätigen die Tierschutzverbände,wie auch die angefragten Gesundheitsämer in einer Umfrage – es gibt so gut wie keine nachweislichen Erkrankungen durch Tauben.

    Es ist Zeit, dass den Hetztiraden der immer neuen „Schädlingsbekämpfer“ der Boden durch Fakten entzogen wird!

    • Hier kann ich nur vollinhaltich zustimmen.
      Ich kenne auch eine Frau, die privat einen Taubenschlag betreut seit 15 Jahren und deswegen noch nie krank war.
      Ein Hoch auf das Augsburger Modell!
      Die Basler Modell sehe ich aus Tierschutzsicht und ethisch mehr als bedenklich an.

  8. Almut Malone

    Eine generelle Tötungserlaubnis von Tauben wurde nicht erstritten, sondern nur unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen, die das zuständige Veterinäramt erneut zu prüfen hatte. Gegen die dort erlassenen, nachvollziehbaren Auflagen klagt der Falkner derzeit erneut.
    http://www.focus.de/panorama/welt/tiere-lizenz-zum-taubentoeten-loest-neuen-streit-aus_aid_727605.html
    Für die Tötung von Wirbeltieren waren bei vorliegender Gefährdung des Menschen bisher weder Verordnungen noch Gerichtsbeschlüsse erforderlich. Diese haben daher andere Hintergründe.
    Von der Verfütterung an die eigenen Greifvögel hatte der klagende Falkner Abstand genommen. Dies geht aus dem letzten Gerichtsurteil hervor.

    Noch eine Ergänzung zu diesem Satz von Prof. Haag-Wackernagel:
    „Alle Erfolgsmeldungen von Städten, die die Methode des Wegnehmens von Eiern in betreuten Schlägen praktizieren, beruhen auf unbelegten Behauptungen derer, welche diese Projekte durchführen.“
    Durchgeführt werden die Projekte häufig von Qualifizierungsträgern, die Langzeitarbeitslose betreuen. Diese haben die Menschen im Fokus und nicht etwa die Tauben. Da sie von der Materie selbst, der Ansiedlung in Taubenschlägen, in der Regel wenig Ahnung haben, stammen von diesen durchführende Personen bzw. Projektleitern Erfolgsmeldungen in Bezug auf Taubenzahlen ganz sicher nicht. Vielmehr ist es so, dass die Verlängerung dieser Maßnahmen regelmäßig begründet werden muss. Diese Begründung erfolgt von den Kommunen gegenüber den Jobcentern. Da die Arbeit in einem Taubenschlag kaum für die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt geeignet ist, finden sich die Gründe in den Erfolgen der Maßnahmen und daraus resultierenden Vorteilen für die Verwaltung.

    Von Tierschützern werden die Schläge hingegen in den seltensten Fällen betreut, weil das mit ehrenamtlicher Hilfe kaum durchzuhalten ist. Auch Tierschutzvereine können begründen, was sie wollen, sie haben keinen Einfluss auf die Genehmigung bzw. Verlängerung von MAE- oder sonstigen Maßnahmen. Den haben Leute, die mit Tauben nur selten überhaupt etwas am Hut haben. Auch die Situation in Berlin ist so und nicht anders. Der Raumnutzung in einem öffentlichen Gebäude in Spandau stimmte damals der Kulturstadtrat zu, auf den ich nie gekommen wäre. Die Reinigung des Taubenschlags habe ich nach zwei Jahren an einen Träger abgegeben, weil es trotz ein paar Helfern nicht mehr zu leisten war. Befürworten musste das der Bezirk gegenüber dem wenig einsichtigen Jobcenter. Mit teilweise sehr alten „wissenschaftlichen Studien“ aus ganzen drei Städten hätte man da gar nicht erst kommen brauchen. Wären die Taubenprobleme in der Altstadt Spandau nicht wirklich beseitigt gewesen, hätte die Maßnahme zur Betreuung des Taubenschlags kaum eine Chance gehabt.

    Die Zahlen sprechen für sich. In ca. 60 deutschen (Klein-) Städten gibt es Schläge, in denen gefüttert wird, gegenüber wenigen Beispielen in der Schweiz, bei denen Tötung von Tauben (bis dato auch Abschüsse) zum Konzept gehört, die in Deutschland aus den genannten Gründen nicht zur Debatte stehen. 2008 waren es schon 40 Städte mit betreuten Taubenschlägen (http://www.bundestieraerztekammer.de/downloads/dtbl/2008/artikel/dtb0808taube.pdf), und alle der mehr als 20 Städte, die seither hinzu kamen, haben die Fütterung im Schlag übernommen.

    Angemessene (nicht übermässige) Fütterung in den Schlägen ist mittlerweile Konsens, wie auch ein Dialog zeigt:
    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=11060

    „Es ist Zeit“ auch für eine andere Überschrift – irgendeine Idee ?

    • Überschrift: Wie sehen das denn die anderen Leserinnen und Leser?

      • ultor animalium

        Was ist denn das für eine Überschrift: Unschuldige Ratten der Lüfte! Schon diese die Tiere diffamierende Überschrift regt einen auf. Eine Spezies Ratten der Lüfte gibt es bis heute nicht, und wie kann eine Ratte, eine Taube oder irgendein anderes Tier schuldig sein? Schuldig woran? Schuldig an allem, was auf Erden geschieht, ist nur eine einzige erbärmliche Spezies, und je eher diese vom Planeten verschwindet, umso besser. Was von Wackernagel, dem angeblichen Taubenexperten, folgt, ist noch mehr geeignet, in einem die helle Wut über soviel dummes und verlogenes Zeug hochsteigen zu lassen. An Schwachsinn zu überbieten ist z. B. das hier sicher nicht: „Infolge eines verminderten Nahrungsangebots erhöhe sich die Zeit für die Futtersuche. Während die Vögel damit beschäftigt seien, können sie nicht brüten, erläutert der Biologe. Mittelfristig würden sie sich dem reduzierten Angebot an verfügbarer Nahrung anpassen. Als Ursache für die hohe Taubenpopulation sieht er vor allem die Fütterung durch den Menschen.“ Mehr zu Wackernagel erübrigt sich. Der Unsinn ist bereits in den erfolgten Antworten widerlegt.

      • @ultor animalium: Okay, das war deutlich. Mir gefällt die Überschrift auch nicht besonders. Natürlich gibt es keine „Spezies Ratten der Lüfte“. Mit meinem Versuch einer Überschrift wollte ich gängige Vorurteile aufgreifen. Es war jedoch nicht meine Absicht, Tauben zu diffamieren.

        Haben Sie vielleicht einen Vorschlag für eine bessere Überschrift?

        Was halten Sie von diesen Vorschlägen hier?
        – „Nicht alle Tauben sorgen für Frieden“
        – „Tauben: Krieg oder Frieden?
        – „Tauben: Eroberer der Herzen?“
        – „Tauben: Verteidiger der Städte“

      • Ich kann nachvollziehen, dass die Überschrift provokant sein soll. Aber bei solchen, für mich heiklen Themen, finde ich das mehr als unpassend.

      • @Peter Kahr: Das wiederum kann ich gut verstehen.
        Welche Überschrift schlagen Sie als Alternative vor?

      • Mich stört das Wort Ratte im Zusammenhang mit Tauben. (Ich habe jedoch kein Problem mit Ratten, kenne einige Menschen, die sie als Haustiere halten)

      • @Peter Kahr: Da ich Ratten mag, ist die Verbindung von Ratten und Tauben in der Überschrift aus meiner Perspektive eher positiv zu sehen. Mir ist jedoch auch klar, dass viele Menschen mit „Ratten der Lüfte“ Negatives verbinden. Das war jedoch nie meine Absicht. Da habe ich einen Fehler gemacht, weshalb ich nun gerne eine andere Überschrift hätte. Deshalb an dieser Stelle nochmals der Aufruf an ALLE: Beteiligen Sie sich an der Entstehung einer neuen Überschrift.

  9. V.Bayer

    Daß Fütterungsverbote nichts bringen, muß man nicht wissenschaftlich beweisen. Man braucht dazu nur mal seine Augen aufmachen und das Hirn einschalten. In den betreffenden Städten gibt es trotzallem eine stattliche Taubenpopulation. Diese Tauben, die sich von menschlichen Nahrungsresten ernähren, sind folglich krankheitsanfälliger als jene, die artgerecht gefüttert werden.
    In Städten wie Berlin, wo es auf öffentlichen Flächen kein Fütterungsverbot gibt, ist es insgesamt sauberer, weil niemand fürchten muß, von irgendwelchen übereifrigen Mitbürgern oder Ordnungsbehörden „erwischt“ zu werden. D.h. man kann seelenruhig am Tage füttern und dabei stehenbleiben, was nicht nur dazu führt, daß nur die tatsächlich gebrauchte Menge gestreut wird, sondern auch den Fang von verletzten oder verschnürten Tauben erlaubt. Es werden nicht des nachts heimlich irgendwo gutmeindend Massen von Futter ausgestreut, die dann Ratten anziehen. (Nichts gegen Ratten, aber es sind Wildtiere, die im Gegensatz zu Stadttauben, sehr wohl auf ein erhöhtes Futterangebot mit erhöhter Fortpflanzung reagieren und dann grausamst vergiftet werden).

    Selbstverständlich ist das keine Lösung der Taubenproblematik an sich.
    Auch ich finde vollgeschissene Bauwerke häßlich, unterscheide mich aber dahingehend von Leuten wie Wackernagel, daß ich mir nicht in arrogant-anthropozentrischer Weise anmaße, Tauben als minder lebenswert anzusehen, hungern zu lassen oder gar zu töten. Ein solches Vorgehen ist nicht nur komplett sinnfrei, sondern unzivilisiert und paßt absolut nicht ins Europa des 21. Jahrhunderts! Anscheinend haben die Herren Wissenschaftler immernoch nicht gelernt!

    So kann ich nur Frau Malone zustimmen, die einen sehr guten Überblick und auch Erfahrungen in der Praxis zu haben scheint, was die tierfreundliche Taubenreduktion angeht. Frau Malones Argumentation ist, auch nach allem, was ich über Stadttauben weiß, nicht nur in sich schlüssig und widerspruchsfrei, sondern vor allem auch von der notwendigen ethischen Komponente geprägt, die Leuten wie Wackernagel offensichtlich komplett fehlt.
    An seiner Stelle würde ich meine Titel abgeben und als „irgendwer“ schreiben, denn was da kommt, unterscheidet sich in nichts von dem üblichen Blabla, außer einem wissenschftlichen Getue.

    Warum ich so respektlos bin? Weil ich einer derjenigen bin, die den von Leuten wie Wackernagel abgesonderten Wissenschaftsquatsch ausbaden müssen, bei dem ich im Übrigen – oh Wunder – auch noch keine einzige Krankheit oder Parasiten davongetragen habe.

  10. Neue Überschrift:
    Mein Vorschlag: Tauben: Endlich Frieden für die „Friedensvögel“?
    oder:
    Tauben: Rechtfertigt Schmutz das Verhungernlassen?
    (Dass das Nichtfüttern zum Sterben von Jungvögeln führt, ist wissenschaftlich belegt und wird m.E. auch von Haag-Wackernagel nicht abgestritten. Er betont es nur nicht, sondern lenkt den Fokus geschickt auf die vermehrte Futtersuchaktivität, die angeblich zu geringerem Sexualverhalten führt.

    Da es hier ja um vier Probleme geht –
    einmal um das ethische:
    Was dürfen wir?
    Zum anderen um zwei fachliche:
    a) „Wie „schädlich“ sind Tauben überhaupt?“ und
    b) „Welche Methode eignet sich am besten in Effektivität und Tierschutzaspekten zur Bestandsreduktion?“
    Und viertens m. E. durchaus auch um die Frage der Unabhängigkeit:
    „Wer verdient eigentlich an der Taubenhysterie – cui bono?“
    wären weitere Überschriften denkbar.
    Die komplexen Zusammenhänge werden allerdings erst in der Zusammenschau sichtbar, auch unter Einbezug der Brieftaubenproblematik.

  11. Ich bin schockiert wie manche Menschen mit Lebewesen umgehen, vor allem wenn sie von ihm „geschaffen“ wurden. Es ist nur traurig.
    Die Aussagen von Fr. Malone erschein mir mehr als logisch und glaubwürdig und praktikabel.

  12. Falls sich jemand fragen sollte, weshalb Haag-Wackernagel nicht auf die Kommentare reagiert: Er beteiligt sich generell nicht an Diskussionen im Internet, so schrieb er mir noch bevor der erste Kommentar hier gepostet wurde. Das gelte auch für diesen Wissenschaftsblog.

    • Das ist typisch. Nur nicht zu unbequemen Fragen Stellung nehmen. (Das machen übrigens Menschen gerne, denen die Argumente ausgehen)
      Auf mich macht Hr. Haag-Wackernagel den Eindruck, dass ALLE anderen Interessen im Vordergrund stehen, nur der Tierschutz nicht.

      • Als Ergänzung: Er schrieb aber auch, dass man bei Fragen gerne mit Ihm persönlich in Kontakt treten könne.

      • Ich brauche keine persönliche Kontaktaufnahme mit Hr. Wackernagel. Seine Aussagen reichen mir vollkommen. Die sind für mich nicht akzeptierbar. Wenn er ein Problem mit meiner Aussage hat darf er sich gerne hier zu Wort melden.

  13. Nach langem Hin und Her habe ich nun die Überschrift geändert. Ich hoffe, dass Sie Ihnen/euch besser gefällt.

  14. Huber

    Es ist zwar etwas spät für die Kommentierung, trotzdem möchte ich einiges anfügen.

    Man muss bei allen Äußerungen von Herrn Prof. Haag-Wackernagel beachten, dass er und andere die Taubeneier als Akkumulationsindikatoren (anstelle bzw. neben Flechten und Moosen) für das Biomonitoring zur Luftqualität nutzt.

    Sie sind nur zu verwenden, wenn die Tauben ihr Futter stundenlang auf der Straße suchen, damit sie allen Umweltbelastungen ausgesetzt sind.

    Eier im Schlag gefütterter Tauben sind für Untersuchungen nutzlos, da die belastenden Einflüsse von der Straße fehlen, weil sie sich fast ausschließlich oben in diesem aufhalten.

    Außerdem erklärte er ausdrücklich, Zitat:

    „Das erklärte Ziel der Basler Taubenaktion war die Reduktion des damals viel zu hohen Taubenbestandes, und nicht wie oft missverstanden, die Haltung der Straßentauben in den Schlägen zu Regulationszwecken.“

    http://anatomie.unibas.ch/IntegrativeBiology/haag/Feral-Pigeon-Strassentauben/taubenaktion-basel.html

    Er erklärt ständig und überall, dass Stadttauben nicht gefüttert werden dürfen. Wie vereinbart sich das mit seinen Ausführungen in seinem Leserbrief in Nature 1993, Zitat:

    „In der Nähe (der Schläge) wiesen wir bestimmte Gebiete für Menschen-Tauben-Begegnung aus, wo das Füttern der Tauben erlaubt ist.“

    Prof. Haag-Wackernagel warnt ständig vor den Gefahren, die von Tauben ausgehen.

    Beispiel Bazonline vom 08.07.09:
    http://bazonline.ch/basel/stadt/Tauben-erobern-die-Wohnquartiere/story/21411170

    Textauszug aus dem vorgenannten Artikel, Zitat:

    „Tauben sind eine Gefahr

    Klar ist aber: Bereits einzelne Tauben sind für Stadtbewohner eine Gefahr. Haag-Wackernagel weiss vom aktuellen Fall einer Basler Studentin, die in eine Wohnung an der Feldbergstrasse zog. Die Vormieter hatten regelmässig Tauben gefüttert, die sich
    auf dem Balkon einnisteten. Die Folge: Bereits eine Woche nach ihrem Einzug litt die Studentin unter stark juckenden Stichen. Abklärungen ergaben, dass die Frau von drei verschiedenen Parasitenarten befallen war. Für Haag-Wackernagel wenig überraschend: «Wer Tauben auf dem Balkon duldet, muss mit Hunderten von Zecken, Wanzen und Milben rechnen.»“

    Dagegen:

    In der Broschüre “Die Strassentaube”, Seite 22, empfiehlt Prof. Haag-Wackernagel:

    Zitat:

    „Tauben auf dem Balkon?

    “Tauben ziehen als ehemalige Felsküstenbewohner Dächer und Hausfassaden allen anderen städtischen Strukturen vor. Unsere Gebäude bieten den Tauben Brut-, Schlaf- und Ruheplätze sowie Aussichtsposten, an denen sie auf ihre Fütterer warten. Am einfachsten ist es, die Tauben einfach zu tolerieren und sich an
    ihrem Anblick zu erfreuen. Hat sich ein einzelnes Taubenpaar einen Balkon als Brutplatz auserkoren, ergibt sich die faszinierende Möglichkeit, das Fortpflanzungsgeschehen der Taube direkt zu beobachten (…) Vor allem Kinder profitieren von der regelmässigen Beobachtung des Brutgeschehens. Als kleine Aufgabe kann mit einem Tagebuch, mit Skizzen, Beschreibungen und Fotos dieser wichtige Lebensabschnitt während gut 5 Wochen verfolgt werden.”

    Wenn man nun noch berücksichtigt, dass Tauben sehr standorttreu sind, hat man nach solch einer Aktion mindestens 4 Tauben auf dem Balkon, die immer wiederkehren werden.

    Wie vereinbart sich das mit den ständigen Warnungen Prof. Haag-Wackernagels vor den Gefahren, die von Tauben ausgehen sollen?

    Betreute Taubenschläge:

    Prof. Haag-Wackernagel stellt bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Wirksamkeit der betreuten Taubenschläge in Deutschland in Frage. Diese Initiativen bezeichnet er gar als “gutmeinende Laien”, die sich “in ökologische Probleme einmischen, von denen sie nichts verstehen” *)

    *) Kommentar aus Interview Welt-Online 2007 (ich hatte dort kommentiert, Kommentare wurden dort inzwischen entfernt oder werden evtl. aus techn. Gründen nicht mehr angezeigt):
    http://www.welt.de/wissenschaft/article1333851/Wie_wird_man_die_fliegenden_Ratten_los.htm

    Die Realität sieht anders aus.

    In Deutschland gibt es inzwischen in ca. 60 Städten (oder sogar mehr) erfolgreiche Initiativen.

    Industrieunternehmen, Wohnungsbaugesellschaften und die Universität Karlsruhe unterhalten Taubenschläge, weil alle herkömmlichen, meist kostenintensiven Mittel und Maßnahmen versagten.

    Besonders hervorzuheben sind Augsburg und Aachen. Diese Städte deshalb, weil hier inzwischen flächendeckend Schläge bestehen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, wenn man die Probleme einer gesamten Stadt weitgehend in den Griff bekommen will.

    Aber schon einige Schläge in besonders betroffenen Stadtteilen oder dort, wo sich Populationen aufhalten, lösen z.B. das Problem der Verschmutzungen sehr schnell.

    Dies führt zu einer Entlastung betroffener Bürger, deren Ärger durchaus nachvollziehbar ist. Letztendlich entspannt sich auch das Verhältnis zwischen Mensch und Stadttaube.

    Ohne Ärger kein Taubenhass.

    In Basel konnte das Taubenproblem (trotz des von Prof. Haag-Wackedrnagel propagierten, angeblichen Erfolges) offensichtlich nicht so erfolgreich gelöst werden.

    Dazu ein Artikel der Baseler Zeitung (online):

    http://bazonline.ch/basel/stadt/Tauben-erobern-die-Wohnquartiere/story/21411170

    Nach mehr als 20 Jahren “Taubenaktion Basel” ein schlechtes Ergebnis, das nicht überzeugen kann.

    Leider sind die Aussagen von Prof. Haag-Wackernagel voller Widersprüche. Bis hin zu seiner „Veröffentlichung“ in Nature (Erwähnung im Interview welt-online 2007), die lediglich ein Leserbrief war. Mag auch schon ein „gewisser“ Erfolg sein, kann aber keinesfalls als Empfehlung und Legitimation für sein „Konzept“ gelten.

    Zitat aus dem welt-online-Interview dazu:

    „1993 publizierte er besagten Nature-Artikel und erklomm den Zenit seiner bisherigen Laufbahn: „Ich werde mich ein Leben lang an den Genuss erinnern“, sagt er.

    Gegenstand des Artikels war die Essenz seiner Doktorarbeit: Als Erster hatte er belegt, dass Taubenbestände nur dezimiert werden können (über den Rückgang der Fortpflanzungsleistung), wenn das Nahrungsangebot zurückgedreht wird.

    Abschuss bringt nichts, die „Pille“ für die Taube auch nicht, ganz zu schweigen von der Eierentnahme.

    Denn die Bestände erholen sich im Nu, da längst nicht alle Tauben zeitgleich behandelt werden können. „Kompensatorische Natalität“ nennt das der Biologe.“

    Prof. Haag-Wackernagel spricht sich einerseits für das Töten von Stadttauben (in der Schweiz „Strassentauben“) aus (z.B. in seiner Broschüre „Die Strassentaube“, Seite 28/unten: Kastenfallen/Feinddruck (womit Tötungen gemeint sind) und Tagungen in Esslingen und Basel -wo nur die Tauben ohne Ring getötet werden, weil diese für das Biomonitoring gebraucht werden- erklärte er dies öffentlich), erklärt aber ausdrücklich, dass Tötungen nichts bringen mit der kompensatorischen Natalität.

    Was stimmt seiner Meinung nach?

    Welt-online-Artikel H.W. Zitat:

    „Eieraustausch bringt nichts!“

    In seinem Nature-Leserbrief 1993:

    “….Wir tauschten jährlich ca. 1.200 Eier aus und konnten so die Schwärme klein halten.”

    Basler Taubenaktion, Zitat:

    „Pro Jahr werden durchschnittlich 2.000 Eier aus den Nestern entnommen. Da beinahe alle Eier befruchtet sind, schlüpfen jährlich entsprechend weniger Nestlinge.“

    Quelle: http://anatomie.unibas.ch/IntegrativeBiology/haag/Feral-Pigeon-Strassentauben/taubenaktion-basel.html

    Was stimmt nun eigentlich? Offensichtlich kann Prof. Haag-Wackernagel sich in vielerlei Hinsicht nicht so recht entscheiden.

  15. Huber

    Nachtrag zu meinem Kommentar wg. der Aussage von Haag-Wackernagel, dass, Zitat aus dem vorstehenden Artikel [Stadttauben: Frieden mit dem Friedensvogel]:

    „In einem Artikel der Fachzeitschrift Biologie in unserer Zeit schreibt er, dass eine Lösung des Problems nur erreicht werden könne, wenn man das Nahrungsangebot der Straßentauben senke. Infolge eines verminderten Nahrungsangebots, erhöhe sich die Zeit für die Futtersuche.“

    Prof. Dr. Haag-Wackernagel führte zum Thema „hungernde Tauben und Brutgeschäft“ aus (mir ist nicht bekannt, dass er konkret diese Aussage je korrigiert oder gar zurück genommen hat):

    „Besonders auffallend: Stadttauben vermehren sich auch bei geringem Nahrungsangebot aufgrund genetischer Veränderung durch eine Zuchtwahl, die auf hohe Nachkommenschaft zielte.“

    „Zusammenfassend sei folgendes herausgestrichen: Hunger, Vitamin- und Nährstoffmangel wirken sich nicht negativ auf die Anzahl der Gelege und die Anzahl der daraus schlüpfenden Nestlinge aus“, so auch der Biologe und Dr. phil. Daniel Haag in seiner Inauguraldissertation „Ein Beitrag zur Ökologie der Stadttaube“,
    (Abschnitt 5.4.1., Haag-Wackernagel, Doktorarbeit 1984).“

  16. Huber

    @ Frage um welche Broschüre es sich handelt.

    „Die Strassentaube“, 33 Seiten, DIN A5
    Herausgeber: Tierschutz beider Basel
    Autor: Prof. Dr. Daniel Haag-Wackernagel, Universität Basel
    Juli 2001, 1. Auflage

  17. HPG

    Ich schicke hiermit eine für mich (und natürlich uns!) ganz wichtige Frage in die Runde, deren Beantwortung große Folgen haben könnte.

    WIE kommt Haag-Wackernagel zu seinem Taubenfütterungsverbot mit der (angeblich) von ihm selbst verfaßten Behauptung:

    Daniel Haag-Wackernagel, Taubenspezialist aus Basel, weist in seiner Dissertation (1984) nach, dass hungernde Tauben sogar häufiger brüten als satte und auch den größten Bruterfolg haben.

    Hier das komplette Zitat mit Quelle:

    „Die Behauptung, dass das Füttern von Tauben ihre massive Vermehrung zur Folge hat, ist wissenschaftlich unhaltbar. Durch Domestikation und Zuchtwahl sind die Erbanlagen der Tauben so verändert, dass sie ganzjährig brüten, gleichgültig, ob sie satt sind oder hungern. Daniel Haag-Wackernagel, Taubenspezialist aus Basel, weist in seiner Dissertation (1984) nach, dass hungernde Tauben sogar häufiger brüten als satte und auch den größten Bruterfolg haben.“

    http://www.lokalkompass.de/wesel/kultur/erste-fuetterungsstelle-fuer-stadttauben-geht-in-betrieb-d33485.html

    Hierzu auch eine weitere Dissertation, die freundlicherweise U.E. aufgetan hat:

    Dissertation von Michael Müller, 2002:
    http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/muellerm_2002.pdf

    „Nach Auswertung von Archivmaterial aus 15 Jahren Stadttaubenforschung und gezielter Befragung von Bürgern in den Jahren 1993, 1995 und 1996 zeigte sich, daß die Menschen aus verschiedensten Gründen (Einsamkeit, ’Tierliebe’ etc.) Tauben füttern und damit das Problem verstärken oder sogar erst lokal verursachen.“

    Weitere Auszüge aus der Dissertation von Michael Müller, 2002 – in Kurzform: Tauben fressen Schnecken etc., der geringe Aktionsradius resultiert aus der Fütterung, die Taubenfütterer sind sowieso an allem schuld, wozu noch ein hochkarätiger Psychiater bemüht wird:

    „Sie bilden Brut- und Freßschwärme und haben bei aus reichender Futtergrundlage im Innenstadtbereich einen Aktionsradius von nur einigen hundert Metern (WESTERLAGE 1986, VOGEL 1997).

    Nach MURTON und WESTWOOD (1966) besteht die Nahrung zum überwiegenden Teil aus Brot- und Kuchenresten, aber auch Kultur- und Wildpflanzensamen, Regenwurmkokons und kleine Schnecken werden verspeist. Es besteht eine geringere saisonale Variation der Komponenten als bei Felsentauben. Der größte Futteranteil kommt, aktiv durch Fütterung oder passiv durch liegengebliebene Reste, eindeutig vom Menschen. Damit gelten Stadttauben als abhängig vom Menschen.

    (…)

    2.3

    Ursachen des Stadttaubenproblems

    Erste Berichte über Stadttauben gibt es aus dem Jahr 1385 in London, wo sich einige Paare an der St.- Paul-Kathedrale aufhielten. Noch 1850 kennt man nur drei Brutplätze in ganz London (VOGEL 1997). Mit steigendem Wohlstand der Bevölkerung in den Industrienationen nimmt auch die Zahl der Stadttauben zu. Der Normalbürger kann es sich erlauben Lebensmittel wegzuwerfen oder sogar extra für Tauben zu kaufen (HAAG- WACKERNAGEL 1997b). Damit wächst die Nahrungsgrundlage, die den ökologischen Minimumfaktor für die Populationsgröße darstellt (HAAG 1984). Gleichzeitig müssen gefährliche Landausflüge auf nahe Felder nicht mehr unternommen werden und somit entziehen sich die Stadttauben dem Einfluß durch Beutegreifer (HAVELKA 1995, HAAG-WACKERNAGEL 1997b).

    Domestikationsmerkmale, wie Senkung der Territorialität und Erhöhung der
    Fruchtbarkeit, ziehen das teilweise massenhafte Nisten auf engstem Raum nach sich
    (HAAG 1984). Nach KÖSTERS und KORBEL (1997) tragen ferner die Erwärmung
    und das Kunstlicht im Stadtbereich dazu bei, daß die Tauben Bedingungen
    unterworfen sind, die einer Massentierhaltung entsprechen. Nach HAAG-WACKERNAGEL (1997a) hat das Taubenproblem auch soziokulturelle Ursachen, da die Fütterung von Tieren, also das Geben, als freundlicher Akt tief im Menschen verwurzelt ist (sog. Spielfüttern, Brutpflege) (HAAG-WACKERNAGEL 1997a, zitiert nach EIBL-EIBESFELDT 1984).

    Nach Auswertung von Archivmaterial aus 15 Jahren Stadttaubenforschung und gezielter Befragung von Bürgern in den Jahren 1993, 1995 und 1996 zeigte sich, daß die Menschen aus verschiedensten Gründen (Einsamkeit, „Tierliebe“ etc.) Tauben füttern und damit das Problem verstärken oder sogar erst lokal verursachen.

    Seit den fünfziger Jahren hat die Zahl der Stadttauben in den Städten stetig zugenommen. Ihre Gesamtpopulation weltweit beläuft sich auf geschätzte 500 Mio. Tiere (HAAG-WACKERNAGEL 1997b, zitiert nach SIMMS 1979.“

    Wer kann dazu inhaltlich etwas Wertvolles beitragen?

    Danke im voraus!

    HPG

  18. HPG

    Ich habe mir die vorhergehenden Beiträge inzwischen etwas genauer angesehen und festgestellt, daß der von mir angesprochene Widerspruch des öfteren thematisiert wird.

    Ich kenne dieses (angebliche) Zitat von Haag-Wackernagel schon sehr lange, habe aber noch nie eine exakte Quellenangabe dazu bekommen/ gefunden. Ich habe Haag-Wackernagels Doktorarbeit auch nicht im Netz gefunden. Hat sie denn jemand aus diesem Forum? Ist sie käuflich zu erwerben? Ich habe bei der Überprüfung von Quellenangaben im Zuge wissenschaftlicher Recherche immer wieder entdeckt, daß (teilweise falsche) Quellenangaben von anderen einfach übernommen werden, aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wird oder völlig danebengegangene Interpretationen zu negativ dargestellten Quellentexten erstellt werden.

    Hat irgend jemand denn schon mal Haag-Wackernagel selbst auf seine ’Widersprüche’ angesprochen und Antwort erhalten?

    Übrigens: Der eingestellte Beitrag:

    Huber
    1. Februar 2014 um 01:23

    enthält im 2. Zitat – wenn ich das richtig gelesen habe – eine Zitierung Wackernagels in einem sekundärwissenschaftlichen oder sonstigen Werk und ist nicht der Original-Text mit Seitenangabe. Beim 1. Zitat ist mir die Herkunft (auch H.-W.?) nicht ganz klar.

    (Ansonsten finde ich die Beiträge von „Huber“ sehr interessant und höchst aufschlußreich. Streng genommen müßte ‚man’ – sprich: Du, ich – aber auch hier jede Quellenangabe wieder auf Richtigkeit überprüfen, sofern man die Person nicht sehr genau kennt.)

    Immerhin habe ich gerade folgenden Text von Haag-Wackernagel bei google gefunden:

    http://anatomie.unibas.ch/IntegrativeBiology/haag/Feral-Pigeon-Strassentauben/strassentaubenproblem-haag.html

    Hier einige wesentliche Zitate – mit Kurzkommentaren meinerseits:

    1)

    „In einer Stadt leben so viele Tauben, wie es deren Nahrungsgrundlage erlaubt.“

    Aber – ist das artgerechtes Futter??

    2)

    „Die Fütterung von Tieren, das Geben als freundlicher Akt, ist dem Menschen wahrscheinlich angeboren. Taubenfreunde füttern aus sehr unterschiedlichen Beweggründen. Der grösste Teil der Fütterer sind vereinsamte ältere Menschen, die keine Haustiere halten können und sich in den Tauben ein Ersatzobjekt erwählt haben. Daneben gibt es aber auch Leute, die füttern, um diese schönen Tiere aus der Nähe betrachten zu können. Die von den Taubenfütterern geschaffene Nahrungsgrundlage bildet die Basis für Entwicklung der grossen Taubenbestände in unseren Städten. Ohne die aktive Fütterung durch den Menschen könnten nur kleine Populationen überleben, weil die natürliche Nahrung nur beschränkt zur Verfügung steht und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. In vielen Städten kämen ohne diese anthropogene Einflussnahme auf die Nahrungsgrundlage wahrscheinlich überhaupt keine Strassentauben vor.“

    Gähn – ich kann die diskriminierende Story vom „Taubenmutterl“ samt „Ersatzobjekt“ nich mehr hören!!

    3)

    „Die Erkenntnis, dass vor allem die Taubenfütterer für das Taubenproblem verantwortlich sind, hat sich in der Zwischenzeit weitgehend durchgesetzt. In logischer Konsequenz wurden in vielen Städten in Europa und den USA“….

    Nicht WO, sondern: Bei welcher Gruppe ???

    4)

    „Die Schuld an den hohen Strassentaubenbeständen wird“ (von den Tierrechtlern) „nicht der Fütterung zugeschrieben, sondern den Brieftaubenzüchtern, deren verloren gegangene Brieftauben der Grund für die hohen Strassentaubenbestände sein sollen. Die Realität in den Städten sieht anders aus, zumal die Immigrationsrate von Brieftauben in unseren Strassenbeständen in Wirklichkeit vernächlässigbar ist. In Basel betreuen wir seit 1990 im Rahmen der Basler Taubenaktion acht Strassentaubenschläge. Bei einem durchschnittlichen Jahresbestand von total 338 Tauben tauchten in unseren Schlägen zwischen 1990 und 1995 nur 13 Brieftauben auf. Nur drei davon, zwei Täubinnen und ein Täuber, konnten sich etablieren und mit einem Strassentaubenpartner erfolgreich Junge aufziehen.“

    Es geht doch NICHT um Einzeltauben, sondern um das vom Menschen für seine Zwecke veränderte, höchst fruchtbar gezüchtete TIER! DAS ist das Problem. Im mindesten Falle müßte die Zucht ab sofort ruckgängig gemacht und Tauben ‚gezüchtet’ werden, die sich rasant LANGSAM vermehren! Themaverfehlung! 6! Setzen!

    5)

    „Je stärker eine Taubenpopulation z.B. durch Tötungsaktionen des Menschen unter Druck kommt, desto schneller wird sich die Population an diesen Selektionsfaktor anpassen. Wir können erwarten, dass sich die Strassentaube in Zukunft immer noch vermehrt an das Leben in der Stadt anpassen kann. So wird uns die Strassentaube hoffentlich auch in Zukunft als liebenswürdige Mitbewohnerin unserer Städte erhalten bleiben.“

    Ja, wat nu? Sollen wir soviel Tauben wie möglich TÖTEN, damit sie uns auch tatsächlich und wirklich erhalten bleiben?! Die implizit versteckte Folgerung hat fast schon psychopathische Qualität.

    Soviel für heute.

    HPG

    • Die Quellenangabe zu Herrn Haag-Wackernagels Doktorarbeit ist:

      Haag, D. (1984) Ein Beitrag zur Ökologie der Stadttaube. Dissertation, Phil.Nat. Fakultät der Universität Basel, Verlag Medizinische Biologie, 260 S.

      Man kann sie in einigen Universitäts-Bibliotheken ausleihen.

      Hat irgend jemand denn schon mal Haag-Wackernagel selbst auf seine ’Widersprüche’ angesprochen und Antwort erhalten?

      Als ich den Artikel „Stadttauben: Frieden mit dem Friedensvogel“ schrieb, stand ich in Kontakt zu Herrn Haag-Wackernagel. Er sagte mir, dass er sich generell nicht an Internet-Diskussionen beteilige. Man könne ihn aber gerne persönlich kontaktieren.

      Huber
      1. Februar 2014 um 01:23

      enthält im 2. Zitat – wenn ich das richtig gelesen habe – eine Zitierung Wackernagels in einem sekundärwissenschaftlichen oder sonstigen Werk und ist nicht der Original-Text mit Seitenangabe. Beim 1. Zitat ist mir die Herkunft (auch H.-W.?) nicht ganz klar.

      Das erste Zitat stammt aus meinem Artikel „Stadttauben: Frieden mit dem Friedensvogel“. Die beiden anderen müssten aus der Doktorarbeit von Haag-Wackernagel stammen.

  19. Huber

    Leider habe ich gerade nicht genügend Zeit ausführlicher auf alles einzugehen.

    Zumindest auf zwei Punkte möchte ich es allerdings so kurz wie möglich.
    Einmal auf diese Aussage @ HPG, Zitat:

    „Es geht doch NICHT um Einzeltauben, sondern um das vom Menschen für seine Zwecke veränderte, höchst fruchtbar gezüchtete TIER! DAS ist das Problem. Im mindesten Falle müßte die Zucht ab sofort ruckgängig gemacht und Tauben ‚gezüchtet’ werden, die sich rasant LANGSAM vermehren! Themaverfehlung! 6! Setzen!“

    Ganz meine Meinung und mir ist bekannt, dass dies auch die Meinung vieler ist, die sich für Stadttauben einsetzen/kümmern.

    Die auf ständiges Brutgeschäft gezüchteten Tauben, sind, so sehe ich persönlich es, Qualzuchten.

    Mit dieser Zuchtwahl wurde die Büchse der Pandora geöffnet.
    Ein Paar reicht, um einen rasanten Anstieg einer Population zu erleben, deren Ende des Anwachsens nur das Futterangebot bestimmt (worin ich Prof. Haag-Wackernagel zustimme), weil bei zu geringem Futterangebot die Jungen verhungern/sterben müssen und die adulten Tiere dank des entsagungsreichen, harten Straßenlebens nur wenige Jahre alt werden.

    Die „automatische Kontrolle der Bestandsgröße“ einer Population erfolgt also durch Verhungern.

    Das Problem ist ganz klar, dass der natürliche Mechanismus: Kein Futterangebot, kein Brutgeschäft „weggezüchtet“ wurde.

    Das ist für mich die Tragik der Reisetauben (von denen die Straßentauben definitiv abstammen), von denen bei Wettbewerben IMMER welche „auf der Strecke“ bleiben. Teils verenden sie elend, teils schließen sie sich vorhandenen Populationen an und überleben mehr oder weniger lange.

    In einer Dissertation von Müller erwähnt auch dieser einen beringten Brieftäuber, der mit einer Straßentaube brütete und offensichtlich schon einige Jahre „auf der Straße“ lebte.

    Ich habe selbst vor Jahren eine Züchtertaube gefunden, die ganz eindeutig (Ring/Geburtsjahr) 2,5 Jahre in einer Stadttaubenpopulation lebte. Sie war so schwach, dass ich sie ganz leicht nur aufzuheben brauchte.

    Im vergangenen Jahr wurde ich Zeuge, wie eine Taube überfahren wurde. Konnte sie nicht mehr rechtzeitig aufscheuchen, da ich zu weit entfernt war.

    Ich habe das verletzte Tier, wie ich dann sah eine Jungtaube, aufgehoben und sie starb in meinen Händen. Ich hätte sie auch beim TA nur noch euthanasieren lassen können. Dem Tierchen blieben zum Glück also „nur“ lange Schmerzen erspart.

    Aufgrund des Ringes, konnte ich bei dem Züchter anrufen. Auf Nachfrage waren bei ihm 16 (!) Tauben von 54 „ausgeblieben“. Kommentar dazu: “Na ja, das ist halt so bei dem Hobby!“

    Das elende Schicksal dieser Geschöpfe interessiert die allermeisten, ihre Tauben ach so liebenden Züchter, herzlich wenig. Denn es geht um „Sport“, Geld und irgendwie „Zocken“, eben „Rennpferd des kleinen Mannes“.

    Auf diese Art und Weise kommen immer wieder frische Gene in die Stadttaubenpopulationen, denn es reicht dort eine Überlebenszeit von wenigen Monaten, um sich zu paaren. Richtig ist, dass die Reisetauben nur schwer in der Stadt überleben. Aber wie überall im Leben: Ausnahmen bestätigen die Regel und diese gibt es. Vor allem in Gegenden, wo der „Taubensport“ noch ausgeübt wird. In NRW stranden sehr oft belgische Reisetauben.

    Leider haben die vielen Engagierten bisher nicht die Zeit gehabt ein Zentralregister gefundener Reisetauben zu erstellen. Das könnte sehr aufschluss- und hilfreich sein.

    Für mich steht fest, dass die Tauben die ärmsten Geschöpfe sind, weil sie zu ständigem Brutgeschäft hochgezüchtet wurden.

    Richtig ist auch was Haag-Wackernagel meint, dass die Tere durch das ständige „Überlisten“ durch Eieraustausch bei ständigem Brutgeschäft ausgelaugt werden. Ist genauso wie bei Hühnern, die ihr auf Eier legendes Leben nur 1 ½ – 2 Jahre „überleben“ … Auch dies ist nur dank Zuchtwahl und der sogen. „Fortschritte“ der insbesondere Leistungssteigerung der letzten Jahrzehnte möglich.

    Aber: Welche Alternativen hat Prof. Haag-Wackernagel, statt Engagierte (für betreute Taubenschläge) als „gutmeinende Laien“ zu diffamieren?

    Tatsache ist, dass (und das ist von Bedeutung!) flächendeckende betreute Taubenschläge, einhergehend mit Vergrämungsmaßnahmen in der Umgebung von Populationen und dort streng kontrollierte Fütterungsverbote (damit die Tiere die Schläge dank des dortigen Futterangebotes annehmen), Erfolge bringen. Dafür gibt es genug Beweise. Gerne dazu auch später mehr. Als Beispiel sei nur die Universität Karlsruhe genannt, die auch einen betreuten Taubenschlag hat, der zum gewünschten Erfolg führte.

    Zu Haag-Wackernagels Aussage, Zitat:

    „In den Schlägen der Basler Taubenaktion mit über 500 Tauben in unseren Schläge wird prinizipiell nicht gefüttert. Die Strassentauben bleiben trotzdem in den Schlägen.“

    Richtig. Dort gibt es nur Mineral-Vitaminsteine. Es gab (ob heute noch, weiß ich aktuell nicht) in Basel Futterstellen, an denen „Taubenfreunde“ ganz offiziell die Stadttauben (Schweiz: Strassentauben) füttern dürfen. Ist das nicht auch „füttern“ durch ihn, wenn auch nur „indirekt“?

    Was soll also die für mich scheinheilige Aussage eines Prof. Haag-Wackernagel?

    Er WILL diese Tauben genau auf diese Art und Weise, weil (zumindest noch vor einigen Jahren) mit diesen Tauben die Luftqualität (anstelle von Flechten und Moosen ) wunderbar untersucht werden kann.

    Da die diesbezügliche HP noch online ist, schließe ich daraus, dass es auch heute noch genauso betrieben wird.

    Tatsache ist auch, dass er immer wieder Tauben töten lässt, obwohl er selbst behauptet, dass Tötungen aufgrund kompensatorischer Natalität nichts bringen. Was ja auch absolut stimmt!

    WARUM werden die Tiere also (auch aktuell?) noch immer gefangen und getötet?

    Dieses „System“ wurde, unter Einbindung von H.-W., in einer weiteren Stadt (meine Luzern, ohne jetzt noch mal bei mir nachzusehen) in der Schweiz installiert. Auf der HP gibt es sogar so etwas skurriles, wie den Hinweis für die Taubenfütterer, statt altes Brot an die Tauben zu verfüttern, mit den dort bereitgestellten Rezepten etwas Schmackhaftes zuzubereiten. Also nur ja nicht Tauben füttern.

    Für mich eine recht alberne, lächerliche Empfehlung.

    Nein. Bei Prof. Haag-Wackernagel gibt es zig Widersprüche. Ich habe mit ihm vor einigen Jahren (meine 2009, müsste das nach sehen) einige Male telefoniert. Auf die Tötungen angesprochen reagierte er sehr rüde. Erstens meinte er, dass das „nun“ nicht mehr geschehe und zweitens er darüber nicht diskutiere. Er beendete damit sofort das Gespräch, indem er nach dieser Aussage einfach auflegte.

    Für mich ist das keine qualifizierte Art seine Meinung kund zu tun. Aber, ich bin auch kein Taubenpabst und Wissenschaftler, sondern nur einer der vielen gutmeinenden Laien.

    Sorry, mehr erlaub mir meine Zeit gerade nicht. Wer mit mir in Kontakt treten will, kann sich gerne über „Wissenschaft & Schreie“ an mich wenden, da meine E-Mail-Adresse bekannt ist.

    Grundsätzlich finde ich diese neu aufgeflammte Diskussion mehr als begrüßenswert, denn gerade was betreute Taubenschläge, Stadttauben allgemein und auch Prof. Haag-Wackernagel anbelangt, ist es dringend an der Zeit einiges gerade zu rücken, da sich gerade Kommunen/Städte immer wieder sehr gerne der teils höchst eigenwilligen Aussagen Prof. Haag-Wackernagels (übrigens auch dieses Falkners Geis) bedienen, weil es ihnen in den Kram passt, sie sich zurücklehnen und sagen können: Wussten wir doch! Geht nicht! Diese Tierschützer nerven nur! Gut, dass es Wissenschaftler wie Prof. Haag-Wackernagel gibt!

    Ich habe das Empfinden, dass für die allermeisten Entscheider die Komplexität des Themas „Stadttauben“ gar nicht präsent und auch gar nicht von Interesse ist. Sie wollen es kurz, bündig und ruck-zuck funktionierend mit noch schnelleren Ergebnissen.

    Blöd nur, dass bei Lebewesen und überhaupt „im richtigen“ Leben, die Dinge nicht so simpel sind … !

    Politik und Verwaltung wollen nur eines: Schnelle, möglichst kostenlose Lösungen! So funktioniert es aber in der Realität definitiv nicht.

    Politik und Verwaltung sind allein ein Thema für sich.

    Auch dazu könnte ich noch seitenweise schreiben, denn es ist ein höchst ärgerliches Thema, das vielen Stadttauben-Projekten das Leben (und Überleben) und die Hilfe für diese wirklich armen Kreaturen sehr, sehr erschwert.

    Das Topping ist dann nach wie vor der Professor aus der Schweiz.

  20. Huber

    Hier der erbetene Link und etwas zu Luzern:

    UNI NOVA

    Wissenschaftsmagazin der Uni Basel Nr. 82, September 1998

    http://www.nlu.unibas.ch/Publikationen/papers/Uni_Nova_82.pdf

    Schadstoffmonitoring mit Strassentauben, Seite 42

    Am Ende dieser Seite auch die Ankündigung der Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Städten, insbesondere Luzern wird angekündigt und 2001 auch umgesetzt.

    Luzern:

    http://www.stadtluzern.ch/de/onlinemain/dienstleistungen/welcome.php?dienst_id=17247

    Am Ende der Seite (Publikationen) einige PDFs zum Thema inklusive der Rezepte für altes Brot …

    Im Schlussbericht (PDF) unter 2.4.4 wird über die Abschüsse von Tauben in Luzern ( 2000 – 2006) berichtet.

    Letztendlich dasselbe System wie in Basel. alles hübsch aufbereitet und „bürgerfreundlich“ und „verständlich“ dargestellt. Für mich die reinste Volksverdummung. Soviel Unsinn hintereinander und durcheinander vermengt ist schier unerträglich. Scheint aber niemanden zu stören. Folgt eben alles einer anderen „Logik“, die sich gutmeinenden Laien wie mir nicht so recht erschließen will.

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