Auswirkungen des Fleischkonsums

In dem wissenschaftlichen Fachjournal Archives of Internal Medicine kommentiert Dean Ornish die Studie von Pan et al. (2012). Ornish ist Präsident und Gründer des Instituts für Präventivmedizin in Sausalito und lehrt in San Francisco an der Universität von Kalifornien. Er plädiert dafür, mehr pflanzliche Nahrung, anstatt rotem Fleisch, zu essen. Dies sei besser für „uns, unsere Lieben und den Planeten“. Mit nachfolgenden Argumenten begründet er seine Empfehlung:

Der Mediziner weist darauf hin, dass sich so die Sterberate infolge chronischer Erkrankungen senken ließe. Damit einhergehend wäre eine erhebliche Reduzierung der Gesundheitskosten möglich. In den USA werden nach seinen Angaben 75 Prozent jener Kosten aufgrund chronischer Erkrankungen verursacht.

Weiter führt er die Klimawirksamkeit tierischer Produkte an. Als Beleg verweist er auf eine Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Demnach ist die landwirtschaftliche Tiernutzung für 18 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, gemessen in CO2-Äquivalent. Demgegenüber kommt der gesamte globale Verkehr auf einen Anteil von 13 Prozent. Darüber hinaus beanspruche die Viehwirtschaft 30 Prozent der global nutzbaren Landfläche als Weide und für die Futtererzeugung. Dies wiederum resultiere in der Abholzung von Wäldern. Ein Beispiel: Im Amazonasgebiet sind bereits 70 Prozent des Regenwaldes gefällt worden. Hauptsächlich aufgrund der Tiernutzung.

Schließlich argumentiert Ornish mithilfe einer weiteren wissenschaftlichen Quelle. Sie besagt, dass fast 40 Prozent der globalen Getreideernte an das Nutzvieh verfüttert wird. Ferner braucht es etwa 13 Kilogramm Getreide und 30 Kilogramm Grünfutter, um ein Kilo Rindfleisch herzustellen. Hinzu kommen insgesamt 43 000 Liter Wasser, die für die Bewässerung der Futterpflanzen verwendet werden.

 

  • Ornish, Dean, 2012: Holy Cow! What’s Good for You Is Good for Our Planet. Comment on „Red Meat Consumption and Mortality“. In: Archives of Internal Medicine, Ausgabe 172(7):563-564. DOI: 10.1001/archinternmed.2012.174
  • Steinfeld, H., P. Gerber, T. Wassenaar, V. Castel, M. Rosales & C. de Haan, 2006: Livestock’s Long Shadow. Environmental Issues and Options. Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) (Hrsg.): Rome, Italy
  • Pimentel, David, 2004: Livestock production and energy use. In: Encyclopedia of Energy. Vol 3. Elsevier (Hrsg.): Philadelphia, PA, Seiten 671-677

2 Kommentare

Eingeordnet unter Ernährung, Klima, Medizin, Umwelt, Wissen(schaft)

2 Antworten zu “Auswirkungen des Fleischkonsums

  1. Der Kommentar von Ornish steht in der selben Ausgabe des Fachjournals Archives of Internal Medicine, wie die Quelle aus meinem Beitrag „Fleischkonsum erhöht Sterberate“ (Pan et al. 2012). Deshalb habe ich mir erlaubt, darüber auch noch einen Beitrag zu schreiben – obwohl kurz zuvor bereits ein Artikel zum Thema Fleischkonsum hier erschien.

    Viele Grüße
    Hagen Cyberling

  2. Runa

    NEIN DANKE:
    Ich bin arm ABER NICHT FREIWILLIG.
    Ich fresse soviel Fleisch wie ich bei der „Tafel“ kriegen kann.
    Auch Fisch und Eier.
    Das EINZIGE, was ich zu tun gewillt bin und seit meiner Kindheit in einer Missbrauchsfamilie immer war, ist der Kampf gegen §218 und darum, keine Kinder zu haben!!!!!!!!!!
    Bekanntlich noch immer erfolglos.
    Wenn ich mir ein bisschen Kitsch leiste, dann vergleiche ich die Milchproduktion mit Vergewaltigung und zum Austragen ungewollter Schwangerschaft gezwungen zu werden (oder gesundheitlich, ein unbekanntes Ergebnis der Framingham Studie, dass ältere Frauen von viel Milch keineswegs bessere Knochen bekommen), und lehne die viele süsse Joghurt bei der Tafel ab!

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