Tagesarchiv: 6. April 2012

Im Bann der Verschwörungstheorien

Leicht verständlich und leicht zugänglich – zumindest im Vergleich zu wissenschaftlichen Erklärungsmodellen. Laut dem Psychologen Michael Wood sind das zwei Merkmale von Verschwörungstheorien, wie er der österreichischen Tageszeitung derStandard berichtete. Der Psychologe erforscht die Anziehungskraft von Verschwörungstheorien. Für ihn sind es „Theorien, die ein geheimes Komplott mächtiger Organisationen als Erklärung für bestimmte Vorkommnisse heranziehen“. Menschen, die das Gefühl haben, sie könnten ihr Leben nicht selber kontrollieren, seien empfänglicher dafür. Eine verschwörungstheoretische Erklärung für scheinbar willkürliche Geschehnisse könne auf diese Weise eine beruhigende Wirkung haben. Wood hält es für nahezu unmöglich, derartige Theorien zu widerlegen. Als Beispiel führt er die Thematik des Klimawandels an. Anhänger von Verschwörungstheorien würden jede noch so wissenschaftlich belastbare Studie als Teil des Komplotts anzweifeln.

 

  • derStandard.at, 2012: „Eine Verschwörungstheorie kann auch wahr sein”. Interview von Michaela Kampl mit dem Psychologen Michael Wood, 23. Februar 2012

  • Wood, Michael J., Karen M. Douglas & Robbie M. Sutton, 2012: Dead and Alive: Beliefs in Contradictory Conspiracy Theories. In: Social Psychological and Personality Science. DOI: 10.1177/1948550611434786

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