Tagesarchiv: 27. April 2012

Wissenschaftler fordern radikales Umdenken, um globale Probleme zu lösen

Die Menschheit steht vor zahlreichen ökonomischen, sozialen sowie ökologischen Problemen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern gibt nun Empfehlungen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie erstellte einen Bericht für die Akademie der Wissenschaften des Vereinigten Königreichs, der Royal Society. Ihre Botschaft: die Welt kann besser werden. Vor allem die Bekämpfung der globalen Armut, die Entwicklung einer nachhaltigen Ökonomie und die Stabilisierung des Bevölkerungswachstums stehen im Vordergrund.

Im Detail erachten die Forscher nachfolgende Punkte als wichtig: Zuerst müsse sich die internationale Gemeinschaft um die ärmsten 1,3 Milliarden Menschen der Welt kümmern. Ihnen steht weniger als ein Euro pro Tag zur Verfügung. Dazu bedürfe es verstärkter Anstrengungen, das Pro-Kopf-Einkommen jener Gruppe zu steigern und ihre Ernährungs- und Gesundheitssituation zu verbessern. Zudem müssten die Geburtenraten in besonders kinderreichen, armen Ländern gesenkt werden, beispielsweise durch Aufklärungsarbeit. Ferner müsse jedes Kind Zugang zu Bildung haben.

An zweiter Stelle empfehlen die Forscher, den ausufernden Konsum in den Industrienationen und Schwellenländern zu reduzieren. Das bedeute einen radikalen Wandel, hin zu nachhaltigen, ressourcenschonenden Technologien. Der Mensch dürfe sich nicht länger als von der Umwelt losgelöst betrachten. Weiterhin müsse es eine Abkehr von einer Wirtschaft des stetigen Wachstums geben. Schließlich raten die Wissenschaftler, das weltweite Bevölkerungswachstum erst zu verlangsamen und später zu stabilisieren. Jedoch ausdrücklich ohne Zwänge, sondern auf freiwilliger Basis. Denn auch in den höher entwickelten Staaten gäbe es einen Bedarf an vermehrter Aufklärung und Verhütung. Eine Voraussetzung für die freie Entscheidung bei der Familienplanung ist nach Ansicht der Wissenschaftler die Bildung.

 

  • The Royal Society (Hrsg.), 2012: People and the planet . The Royal Society Science Policy Centre report 01/12

EXTRAS

Interviews mit zwei der Autoren des Berichts – Professor Sir John Sulston, Leiter des Instituts für Wissenschaft, Ethik und Innovation der Universität Manchester (iSEI), sowie Dr. Eliya Zulu, Exekutivdirektor am Afrikanischen Institut für Entwicklungspolitik (AFIDEP):

  • The Royal Society (Hrsg.), 2012: Royal Society report ‘People and the Planet’ – Sir John Sulston FRS. YouTube-Video. Dauer: 5:38 Minuten. Sprache: Englisch

  • The Royal Society (Hrsg.), 2012: Royal Society report ‘People and the Planet’ – Eliya Msiyaphazi Zulu. YouTube-Video. Dauer: 4:22 Minuten. Sprache: Englisch

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